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Ulm. Iv*
Zeit aber ſeye ſie unter den fraͤnkiſchen Koͤnigen ein koͤnig⸗
liches Landgut oder Wohnſtadt geweſen, und im
Jahr 813, von Karl dem Groſſen dem Kloſter Reichenau
geſchencket worden. Mit was fuͤr einem Recht ſolches ge⸗
ſchehen ſeye, daruͤber ſtreitet man noch, und erſt neulich hat ſich
eine Streitigkeit auch uͤber den Caroliniſchen Gewalts⸗Brief
erhoben. Ulm wurde von dem Kaiſer Lothaͤrius voͤllig
zerſtoͤret, weilen die Stadt es mit ſeinem Gegner dem Con⸗
rad, Herzogen von Schwaben, gehalten; ſie wurde aber
wieder neu aufgebauet, da nach Lotharius Tod Conrad
zur kaiſerlichen Wuͤrde gelangte.
Wir haben uns am erſten bey dem hochgelehrten Abt
der regulirten Chorherren z den Wengen melden, und dem⸗
ſelben
ihme gegeben worden, welchen er uns mit gegenwaͤrtigem angeſchloſ⸗
ſen uͤberreichet, und unterthaͤnig bitten laſſen, daß wir dieſe Verguͤn⸗
ſtigung mit dem Anſehen als ordentlicher Biſchof gut zu heiſſen und
zu beſtaͤttigen uns wuͤrdigen moͤchten. Weswegen wir dieſem gott⸗
ſeligen, gerechten und billigen Geſuch und Bitten, mit einem belie⸗
bigen Beyfall begegnet, und vorberuͤhrten Brief zu unſern Haͤnden
genommen, geſehen und wegen des Verdachts fleißig unterſuchet ha⸗
ben. Und weil wer ſolchen recht und vollkommen, nicht verfaͤlſchet,
noch in einem Theil deſſelben verdaͤchtig gefunden, ſo halten wir
oftermeldten Brief und was darinnen kraͤftig und genehm enthalten,
ebenfalls fuͤr kraͤftig und genehm, und haben fuͤr gut erachtet ſol⸗
chen auch mit unſerm Anſehen als ordentlicher Biſchof anzunehmen,
und haben ihn auch angenommen, gleichwie wir gegenwaͤrtigen an⸗
nehmen. Doch wollen wir nicht, daß der Herr Abt das Sacrament
der Firmung ſeinen Lehnleuten und Unterthanen mittheile, wann
und ſo oft die Gegenwart unſers Weihbiſchofs oder eines andern ca⸗
tholiſchen Biſchofs bequein zu haben iſt. Zur Beglaubigung und
Zeugniß alles deſſen iſt das Sigel unſers vorbemeldten Herrn erwaͤhl⸗
ten und beſtaͤttigten Biſchofs zu Augſpurg, deſſen wir uns in un⸗
ſerm Amte bedienen, gegenwaͤrtigem angehaͤnget worden. Gegeben
in der Stadt Dillingen, den erſten Tag des Herbſtmonats im Jahr
des HErrn ein tauſend fuͤnfhundert und drey und vierzig.
L. S§.
Herrn Fuͤrſt u. Abt Gerberts Reiſen. M
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