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Ulm. 179
nicht alle einerley Geſinnungen hatten, verſchiedene Abſchrif⸗
ten uͤber dieſen Punkt mit ſich genommen. Die venetiani⸗
ſche Ausgabe der Trid. Kirchenverſammlung vom Jahr
1552. hat dieſe Ausnahme auch nicht. Hievon ſehe man
des Abts Calmet Lothringiſche Buͤcherbeſchreibung Seite
775. In dem Buͤcherſaal bey den Wengen ſind uns
von dem hochgelehrten Abt weiters gezeiget worden, des
Petri de Vineis ſechs Buͤcher von Briefen, und des Jo⸗
hannes H. Martinus Biſchofs an den Koͤnig Miron
aus der Bulle Leons X. uͤber die Verbeſſerung der Kirche,
wovon Schelhorn in ſeinen Ergoͤzlichkeiten handelt. Von
eben dieſem Jahr 1551. iſt auch in dieſem Buͤcherſaal be⸗
findlich des Platina unausgebeſſerte Ausgabe.
In der Stadt⸗Buͤcherkammer iſt ein groſſer Vorrath
von ſeltenen Auflagen aus dem XV. Jahrhundert, als die
Buchdruckerkunſt im Aufbluͤhen war. Unter dieſen iſt be⸗
ſonders merkwuͤrdig des Vincentius von Beauvais ge⸗
ſchichtlicher, ſittlicher und Lehr⸗Spiegel in etlichen Baͤnden
von Johannes Mentelin im Jahr 1473. gedruckt. Das
erſte Werk, ſo mit gegoſſenen Buchſtaben zu Straßburg
gedruckt worden, iſt nach dem Zeugniß des Schoͤpflins
in ſeiner Rettung der Buchdruckerkunſt S. 47. des Vin⸗
centius von Beauvais geſchichtlicher Spiegel vom Jahr
1473. in vier Baͤnden auf groͤßtem Papier. Doch iſt die⸗
ſer Ausgabe eine andere mit geſchnitzten und ungleichen
Buchſtaben, ohne Anzeige des Jahrs und des Druckortes,
auch des Namens von dem Buchdrucker vorgegangen. Wir
haben dieſelbe in dem Buͤcherbehaͤltniß des Schoͤpflins zu
Straßburg, ingleichem in dem oͤffentlichen Buͤcherſaal zu
Baſel geſehen. Hiezu kam der Sitten⸗Natur⸗ und Lehr⸗
Spiegel eben dieſes Verfaſſers, aus eben der Buchdrucke⸗
rey des Mentels. Belobter Schoͤpflin ſpricht: Die⸗
ſes weitlaͤuftige Werk von zehen Baͤnden auf groͤ⸗
ſter Form wurde im Jahr 1476. zu Stande ge⸗
bracht, und dergleichen Werk haͤtte weder die
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