Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., J 6519,baa
Gerbert, Martin; Köhler, Johann Ludwig [Übers.]
Des hochwürdigsten Herrn, Herrn Martin Gerberts ... Reisen durch Alemannien, Welschland und Frankreich: welche in den Jahren 1759, 1760, 1761 und 1762 angestellet worden; auch mit zwey Registern der Orte und merkwuerdigsten Sachen vers.
Ulm, 1767
Seite: 185
(PDF, 121 MB)
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Freiburg und der Oberrhein

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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/gerbert1767/0206
Wiblingen. 185

gender maſſen: Wernher, ein geborner von Oeller⸗
bach, dieſes Kloſters Wiblingen von ſeiner Stif⸗
tung an erſter Abt, iſt allen eine Richtſchnur ei⸗
ner groſſen Demuth und Heiligkeit geweſen, er
hat nicht nur das Vermoͤgen ſeines Kloſters mit
Landguͤtern erweitert, ſondern auch dieſen Ort
durch viele andere Guͤter zu einer angenehmen
Zierde gemachet. Er ſtarb im Jahr 1126. und
ſeiner gefuͤhrten Abtey im 2ſten gluͤcklich. Amen.
Man ſchlieſſet aus einem Verglich-⸗Brief zwi⸗
ſchen Eliſabeth, einer Graͤfin von Kirchberg, und dem
Abt Richard,, daß deſſen Angedenken damals bey den
Wiblingern alljaͤhrlich ſeye gefeyret worden. Denn es heißt
darinnen, alles dieſes ſeye abgehandelt worden an dem Tag
des h. Wernhers, welcher ehemals daſelbſt Abt ge⸗
weſen, ſo wie es auch in dem Ehrentempel des Kloſters
Wiblingen, welcher im Jahr 1703. im Druck heraus ge⸗
kommen, ſtehet. Er hatte aus ſeinen Ordensbruͤdern, die
er mit ſich von St. Blaſien hieher gebracht, zu Nachfol⸗
gern den Berchtold, den Arnold, oder wie es die St.
Blaſianiſchen Denkmaale geben, den Lutold. Und aber⸗
malen im dreyzehnten Jahrhundert wurde Albert zu eben
dieſer Abtey aus den unſrigen berufen. Die hochzuvereh—
rende Mitbruͤder, welche ihrer Mutter nicht uneingedenk
waren, haben uns mit aller Hoͤflichkeit empfangen, und al⸗
les, was zu unſern Sachen dienen konnte, ohne allen Ver⸗
zug zu Handen geſchaffet, vornehmlich der Buͤchervorſteher
P. Martin Magg. Wiee eifrig ſich die Wiblinger⸗
Moͤnche ehemals in dem Schreibgeſchaͤfte geuͤbet, erkennet
man aus einer gewiſſen Handſchrift vom dreyzehnten Jahr⸗
hundert, auf deren Rand und Titel folgendes angemerket
ſtehet: Samſtags vor Judica hat der Obere (des
Kloſters) dieſes Buch zum abſchreiben gebraͤcht,
und mir eine Zeit von einem Jahr dazu beſtim⸗
met: ich habe angefangen zu ſchreiben Montags
nach Judica.
M 5 Ohn⸗


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