Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., J 6519,baa
Gerbert, Martin; Köhler, Johann Ludwig [Übers.]
Des hochwürdigsten Herrn, Herrn Martin Gerberts ... Reisen durch Alemannien, Welschland und Frankreich: welche in den Jahren 1759, 1760, 1761 und 1762 angestellet worden; auch mit zwey Registern der Orte und merkwuerdigsten Sachen vers.
Ulm, 1767
Seite: 211
(PDF, 121 MB)
Bibliographische Information
Startseite des Bandes
Freiburg und der Oberrhein

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/gerbert1767/0233
Waldſee. 211

in den Zuſaͤtzen zu der Franciſcaner Jahrbuͤcher, P. Raſler
und andere handeln. So groß aber war in dem Geburts⸗

O 2 Ort

ſind Wie viel Glauben man aber dieſem Schriftſteller beymeſſen
arf, kann man aus demjenigen ſchaͤtzen, weil er in dem Ruf keiner
gemeinen Heiligkeit aus der Welt gegangen; denn ein ſehr altes
Todtenverzeichniß dieſes oft gemeldten Stifts zu Waldſee ſaget die⸗
ſes von ihm. „Der ehrwuͤrdige und ſeligen Angedenkens Conrad
der vierte, mit dem Zunahmen Kugelin aus Waldſee, der guten
Betha zwanzig Jahr lang geweſener Beichtvater und Stifter der
Einſchlieſſung der Schweſtern in Kütte ſtirbt mit offenbarem Ruhm
der Heiligkeit, auch durch ſein Beichtkind beruͤhmt, den erſten des
Heufnonats des tauſend vierhundert und acht und zwanzigſten Jahrs.
eſſen Eltern Joh annes und Eltſabeth, waren Buͤrger zu Waldſee,
ſowohl von groſſem Vermoͤgen, als nicht geringer Ehrbarkeit.,
Es bezeuget vorerwaͤhnter Conrad Kugelin, daß er das von ihnt
beſchriebene Leben der ſel. Rliſaberh allen gelehrten und angeſehenen
Maͤnnern des Biſchoͤflichen Hofes zu Conſtanz ſehen laſſen, und ſie
gebethen, daß, wann fie etwas tadelnswuͤrdiges, oder etwas unrech⸗
tes darinnen antreffen wuͤrden, ſie ſolches verbeſſern moͤgten; ſte
haͤtten aber nichts dagegen geſagt oder gethan, daß ſie alſo ſcheinen,
nicht weniger das Leben der ſel. uten Eliſabeth, als die Innſchrift
auf ihrem Grabſtein, von welchem ich oben Erwaͤhnung gethan,
durch ihr Urtheil zu billigen. Dieſe Lebensbeſchreibung haben uͤber⸗
das noch mehr ausgezieret P. Amatus von der Mutter Gottes,
des Carmeliter⸗Ordens General⸗Procurator bey dem kaiſer lichen Hof,
P. Cochem, Cgpuciner der Rheiniſchen Landſchaft, P. Anſelm
Schnell, des Kloſters Weingarten vom Orden des Heiligen Bene⸗
diets Profeſſus und ausgedienter Lehrer der h. Gottesgelahrtheit ꝛc.
Zwar dieſe Schriftſteller ſind neu; die aͤltern aber ſind P. Ma⸗
ximilian Raßler, aus der Geſellſchaft Jeſu, ein vortreflicher Schrift⸗
ſteller, in dem Zuſatz des Ribadineira zu dem Leben der Heiligen,
Leonhard Mayer, Dechant und Pfarrherr zu Neuburg in der Pfalz/
und ein gewiſſer regulirter Chorherr in dem Waldſeiſchen Stift,
deren Buͤcher, welche von dem Leben, den Tugenden und den Wun⸗
dern der ſel. guten Eliſabeth handeln, im vorigen Jahrhundert mit
biſchoͤflicher Erlaubniß an das Licht gekommen. Dieſe Verfaſſer be⸗
jahen mit ausdruͤcklichen Worten, daß die oͤffentliche Verehrung der
ſeligen gaten Eliſabeth, nicht nur ein, ſondern zwey und mehr
Jahrhunderte vor dem Schluß des Urbanus VIII. mit Vorwiffen
und ohne Wiederſetzung der Biſchoͤfen erwieſen worden, welche Ver⸗
ehrung dann nach der Unterſuchungs⸗Handlung, die im Jahr 1625.
angeſtellet, und an den Roͤmiſchen Hof uͤberſchicket worden, nicht
nur nicht abgeſchaffet, ſondern bis auf unſere Zeiten mit Wiſſen
und Geſtattung des Heiligen Stuhls fortgeſetzet, und wegen der
unverruͤckten Beharrlichkeit der Meinung der Heiligkeit alle Tage
weiter fortgepflanzet worden. Nachdeme ich dieſes alles und jedes
wohl erwogen und reiflich unterſuchet, guch den Rath der Gottes⸗
und Rechtsgelehrten daruͤber angehoͤret; ſo halte ich dafuͤr, die Ver⸗
ehrung, die man von einer undenklichen Zeit her der ſel. guten Eli⸗
ſaberh erwieſen, und der Fall, ſo durch den Schluß Urbans VIII.
aus genommen wird, habe ſeine Richtigkeit. Dannen


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/gerbert1767/0233