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218 Weingarten.
tragen, endlich in ſein Kloſter gekommen ſeye, nachdeme die
Judith dieſen koſtbaren Schatz mit einer reichen Morgen.
gabe an das Durchlauchtige Hauß der Quelfen gebracht:
von welchem das Kloſter Weingarten ſeine Stiftung hat,
nachdeme das alte Schloß der Welfen und das urſpruͤng—
liche Haus in ein Kloſter verwandelt worden. Wann aber
der Name Welfen eben derjenige iſt als Wolfene, welcher
in der Stiftung des Kloſters Rheinau oft vorkommt, und
auch in einer alten Urkunde, wie wir kurz vorher gemeldet,
in welcher geſagt wird, daß die weiſſe Zelle, welche nun
St. Blaſien iſt, dem Kloſter Rheinau uͤbergeben worden,
um die Verehrung der H. Maria zu beſtaͤttigen, unter der
Verguͤnſtigung des Herrn Wolfene, Erb⸗Schutzherrn
dieſes Ortes; ſo iſt der Urſprung der Stiftung dreyer Kloͤſter
beynahe einerley.
In dem ſehr koſtbaren Schatz der Kirche zu Wein⸗
garten zeiget man ſilberne Bildſaͤulen vom h. Martin
und h. Wolfgang, welche dieſelbe von der Freygebigkeit
der erſten Stifter ſollen erhalten haben. Allein ſie zeigen
kein ſo hohes Alter an, vornehmlich die Buchſtaben auf den
Halsbaͤnden oder Ketten, die am Halſe hangen. Hier
werden auch viele Kelche mit Roͤhrlein verwahret, aus
welchen man das hochheilige Blut geſauget. Einer davon
iſt uns der Muͤhe werth fuͤrgekommen, einen Abriß von
ſolchem zu nehmen. Unter einigen andern Ueberbleibſeln
des heidniſchen Aberglaubens ſiehet man ein kleines Egypti⸗
ſches Goͤtzenbild mit mehr andern Kleinodien und Selten⸗
heiten verſchiedener Zeiten, Kunſt und Natur.
In dem Buͤcherſaal ſind aus den zu wiederholtenmalen
entſtandenen Feuersbruͤnſten doch noch einige Handſchriften
von beſter Gattung vorhanden, welche an die Zeiten der
erſten Stiftung hinreichen, oder auch dieſelbe uͤberſteigen.
Einige davon ſind mit MeroVngiſchen Buchſtaben geſchrie⸗
ben, naͤmlich eine Sammlung von Kirchengeſetzen; ferners
einige
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