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222 Weingarten.
Die Barbariſchen Geſchlechter, deren ungeheure Macht,
Reiſſend gleich den wilden Fluthẽ, alles in ihr Joch gebracht,
Wollte Er vom Erdenkrais mit geſtaͤrktem Arm vertreiben,
Aber eine hoͤhre Macht hieß Ihn hier zuruͤcke bleiben,
Und die Ehre ſeines Namens fande das beſtimmte Ziel;
Als ein Thor wird Er genommen; das iſt wunderbar u. viel!
Tauſend, hundert, neunzig Jahr waren aus der Zeit gekomen,
Da OOtt die erloͤßte Seel ſelig von Ihm aufgenommen.
Diee alten Formeln von Anjou hat aus einer Weingar⸗
tiſchen Handſchrift Mabillon in ſeinen aus vielen Buͤchern
zuſammen gezogenen Schriften S. 232. herausgegeben, auf
was Weiſe dieſe wiederum entdecker worden, wollen wir am
Ende erzaͤhlen. Er hegte von ihrem Alter nicht immer
einerley Meinung. Arfaͤnglich hielte er ſolche fuͤr aͤlter,
als Childebert III. gelebet, deswegen, weil ſie erſt nach
der Regierung des Clodoveus, Clotarius, Theode⸗
richs und Childerichs im dritten Jahr des Koͤniges
Theoderichs geſchrieben worden waͤren. Im erſten
Band der Jahrbuͤcher vom Orden des h. Benedicts
S. 417. ſtellete er das Alter dieſer Formeln auf die
Regierung Childeberts II. feſte. In dem Zuſatz
von Urkundlichen Sachen S. 68. hingegen ſteiget er bis
zum Childebert I. hinauf. Auf dieſer lezten Meinung
wollen die Verfaſſer des neuen Urkunden⸗Werkes beruhen,
und die Zeitrechnung derer Formeln von Anjou bis auf das
vierte Jahr Childeberts I. feſtſetzen * Aus dieſer Ur⸗
ſache behalten ſie unter den erſten franzoͤſiſchen Denkmaalen
einen Platz faſt zum Anfang des ſechſten Jahrhunderts,
welche auch in den meiſten Stuͤcken mit der Art der Roͤmer,
das Recht zu ſprechen, auch mit den erſten Fraͤnkiſchen Ge⸗
ſetzen, dergleichen die Saliſchen ſind, uͤbereinkommen.
Was das Alterthumsweſen anbetrift, ſo iſt merk⸗
wuͤrdig, was wir in einem Buch vom eilften Jahrhundert
beyge⸗
*) Erſter Band, S. 304. Anmerk.
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