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270 Der Berg Abnoba,
Der Berg Abnoba,
ein Strich des Marcianiſchen oder des Harz⸗
Waldes.
Dueſes Land haben wir den folgenden Tag durchwandert,
W⅞‚ und allmaͤhlich von Mittag gegen Mitternacht uns
den Quellen der Donau genaͤhert. Dieſer Strich des
Marcianiſchen Waldes, woſelbſt die Donau entſpringt,
wird auch vom Tacitus?*) Abnoba genennet. Allernaͤchſt,
wo ehemals die Bojer und die Helvetier, beede ein Galliſches
Volk, nach dem Zeugniß des Tacitus **) uͤber den Rhein
gegangen, und ſelbſt die Donau zur Graͤnzſcheidung hatten.
Er ſpricht alſo: dann wie wenig ſtunde der Fluß im
Wege, daß nicht ein jedes Volk, ſo viel es konnte,
ſeine Wohnſitze eingenommen und verwechſelt
haͤtte, welche noch vermiſcht und unter keiner
Herrſchaft der Reiche abgetheilt waren? Demnach
haben die Helvetier die Gegend zwiſchen dem Harz⸗
Wald, dem Rhein und Mayn; das weiter hinuͤber
liegende Land aber die Bojer, beede ein Gaͤlliſches
Volk, innen gehabt. Folglich ſind die Bewohner
des Harz⸗Waldes die naͤchſten Nachbarn der
KRauraker uͤber den Rhein geweſen. Dieſe Worte
zeigen unſere Gegend des Harz⸗Waldes an, und auch deſſen
Urſprung, vermoͤge der Nachricht des Julius Caͤſars **X)
die alſo lautet: Die Breite dieſes Harz⸗Waldes,
wie oben gemeldet worden, kann einer, der wohl
zu Fuß iſt, in zehen Tagen durchgehen. Denn
ſie kann nicht anderſt beſtimmt werden, indeme
man dort von keinem Maaß der Reiſen etwas
weiß. Er faͤngt an bey den Graͤnzen der Helve⸗
tier, Nemeter und Rauraker, und gehet gerade
in der Gegend des Donaufluſſes fort bis an die
Graͤnzen der Dacier und Anartier. D
er
Von der Lage und den Sitten der Deutſchen im I. Cap.
*n) eben daſ. im 28. Cap.
***) Vom Gall. Krieg im 6. B. im 25. Cap.
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