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Rothweil. 283
beſonders auſſer vielen andern Dingen im III. Theil von
den Ordn. Tit. L. eine ausdruͤckliche Meldung der Churfuͤrſten
geſchiehet, daß naͤmlich ihre Ausnahme von dem Rothwei⸗
liſchen Gerichte in der goldnen Bulle begriffen ſeye; ſo zeiget
der Widerſpruch der ſpaͤtern Zeiten die offenbare Falſchheit
der erſtern deutlich an. So weit Beſſel.
Balthaſar Blum von Rempen haͤuffet noch andere
Urſachen zuſammen wider die Verordnung Conrads II.
Er ſetzet den Urſprung dieſes Gerichtes auf die Mitte des
XII Jahrhunderts in die Zeiten Conrads IV. Roͤmiſchen
Koͤniges, oder Conradins, Herzogs von Schwaben. Er
meinet, man koͤnne es mit groͤſſerm Recht von dem Hof—
Gericht der Herzoge von Stauffen hernehmen, die, weil ſie
nicht allein das Schwaͤbiſche, ſondern auch das Elſaſſiſche
und Fraͤnkiſche Herzogthum im Beſitz gehabt, dieſes Gerichte
ſo groß und weitlaͤuftig gemachet haben, daß es ſich uͤber
den Oeſterreichiſchen, Schwaͤbiſchen, Rheiniſchen und
Fraͤnkiſchen Krayß erſtrecket.
Es werden aber nicht nur allein die Churfuͤrſten, wie
bey dem belobten Mauritius zu ſehen iſt, und die Herzoge
von Oeſterreich, Lothringen, Wuͤrtemberg, Pfalzgrafen zu
Zweybruͤcken, Veldenz; ſondern auch der Ritter⸗Orden
vom St. Johannes, der Deutſche Orden, der Abt zu
St. Blaſien im Schwarzwald, verſchiedene Grafen und
Baronen, wie auch ein groſſer Theil der freyen Reichsſtaͤdte
von dieſem Gerichte ausgenommen.
Die Staͤnde des Reiches haben wider dieſes Gerichte
ſchon vielfaͤltige Klagen erhoben, und ſelbſt in denen kaiſer⸗
lichen Wahlcapitulationen getrachtet, ſolches gar abzuſchaf⸗
fen. Die Rothweiler hingegen, um dieſes ihr Vorrecht in
Sicherheit zu ſtellen, haben in dem feyerlichen Bund, den
ſie mit den Schweizern gemachet, ſich auch dieſes einge⸗
dungen, daß, wenn ſich jemand unterſtehen ſollte, ihnen diſer
ericht
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