Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., J 6519,baa
Gerbert, Martin; Köhler, Johann Ludwig [Übers.]
Des hochwürdigsten Herrn, Herrn Martin Gerberts ... Reisen durch Alemannien, Welschland und Frankreich: welche in den Jahren 1759, 1760, 1761 und 1762 angestellet worden; auch mit zwey Registern der Orte und merkwuerdigsten Sachen vers.
Ulm, 1767
Seite: 285
(PDF, 121 MB)
Bibliographische Information
Startseite des Bandes
Freiburg und der Oberrhein

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/gerbert1767/0309
*R, 0eres 285
Oberndorf.

Nhdeme wir aus dieſer Stadt gegangen, ſo ſind wir
in einem hoͤchſtangenehmen Thal nach Oberndorf
gekommen. Hier wurden wir zu einer Feyerlichkeit eines
vielgeliebteſten Vetters, des Pfarrherrn in Oberndorf⸗
eingeladen. Derſelbe war an dieſem Ort geboren und ge⸗—
tauffet, und hielte daſelbſt zu Ablauf des vorigen Jahrhun⸗
derts am 17. May ſeine erſte heil. Meſſe. Da ſich nun
dieſe Zeit wieder einſtellte, und in dieſem Jahrhundert der
17. May auf das Feſt der hochheiligen Dreyeinigkeit fiele,
ſo entrichtete er auf dem naͤmlichen Altar und in eben dieſer
Kirche zu Oberndorf das anderte h. Meß⸗ oder Jubelopfer.

☛ σ αα£αWRα α M6 ſιαα ν να°

Horb, nebſt dem Gaͤu Amphingen.

leich den andern Tag durchliefen wir die Mark im
Amphinger⸗Gaͤu, wie ſolches die Lauresheimiſchen
Ueberlieferungen bey Beſſeln ?*) nennen, von Empfingen
oder Impfingen benamſet, zwiſchen Sulz, woſelbſt merk⸗
wuͤrdige Brunnen und Salzmaſchinen, und Horb, unſerm
Geburtsort. Als wir uns ihme von ferne und von dem⸗
jenigen Gipfel des Berges naͤherten, auf welchen wir ehe⸗
mals als ein Kind von nicht gar zweyen Jahren in der
Wiege ſind getragen, und aus der Wuth des Feuers errettet
worden, wodurch der groͤſte Theil der Stadt verzehret wurde;
ſo ſchwebte noch in unſerer Einbildungskraft die groſſe Flame
ganz lebhaft, welches ein jeder ſich leicht vorſtellen kann, da
in einer dunkeln Nacht, als man noch im erſten Schlaf gele⸗
gen, mehr als zweyhundert Haͤuſer in wenig Stunden vom
Feuer ergriffen worden, und im Rauch aufgegangen ſind.
Wir hatten die Hofnung, einen Roͤmiſchen Schriftſtein an die⸗
ſem Ufer des Nekars zu finden, wo ehemals die Roͤmer ein Still⸗
lager gehabt; allein wir wurden in unſerer Hofnung betrogen.

Der
*) Gottwein. Chron. 4. B. h. V.


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/gerbert1767/0309