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Strasburg. 315
huͤlfliche Hand, indeme er die Buchſtaben denen Schnitzern
vormahlte. Eine Probe von dieſer Gattung ſahen wir in
der Schoͤpfliniſchen Buͤcherkammer, und bekamen ſolche
auch fuͤr unſer muſicaliſches · Werk nebſt den Anmerkungen
abgezeichnet aus einem groſſen Pſalter, der zu Maynz 1457.
gedrucket worden, mit groͤſſern Fractur⸗Buchſtaben, die
ſonſten denenjenigen ganz aͤhnlich ſind, mit welchen die Bibel
gedrucket worden, die unſer St. Blaſianiſcher Buͤchervorrath
vollſtaͤndig in dreyen Theilen beſitzet, und wovon wir oben
unter dem Artikel Memmingen gehandelt haben. Die
Haupt⸗Buchſtaben von maͤncherley Farben ſtimmen uͤberein,
dergleichen auch in des Durands Rationale 1459. zu
ſehen ſind, theils mit rother, theils mit blauer Farbe ge⸗
druckt, wie uns ſolches Schoͤpflin angezeiget. Die meiſten
ſetzen zwar deren Gebrauch etwas ſpaͤter an, und in der That
findet man ſolche in andern lange nachhero gedruckten
Buͤchern nicht, nachdeme durch die Erfindung, die Buch⸗
ſtaben in Moͤdeln zu gieſſen, die Buchdruckerkunſt ihre
Vollkommenheit erlanget. Dieſe Erfindung hat man dem
Peter Schoiffer und der Stadt Maynz zu danken, da⸗
hingegen die Ehre der geſchnitzten Buchſtaben der Stadt
Strasburg beyzulegen iſt.
In der Strasburgiſchen Konzeley liegen einige hand⸗
ſchriftliche Auszuͤge von dem Daniel Specklin, ehemaligen
Stadt⸗Baumeiſter daſelbſt, in welchen er die Ueberbleibſel
von dieſen geſchnizten Buchſtaben, die er mit eigenen Augen
geſehen, folgendermaſſen beſchreibet: Die buchſtaben
waren von holz geſchnitten, auch ganze woͤrter
und ſylben hatten nebentzu loͤchlin das mans mit
einem drat oder ſtarcken Faden koͤndte zuſamen
faſſen. ſo war die preß auch huͤlzin, und wie ein
trott/ damit man allerhand ſaft austrottet / formirt.
Die Buchſtaben ſelbſt aber, welche zu Strasburg
geſtochen worden, beſchreibet mehrbelobter Schopſlin n
4. Hauptſt.
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