Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., J 6519,baa
Gerbert, Martin; Köhler, Johann Ludwig [Übers.]
Des hochwürdigsten Herrn, Herrn Martin Gerberts ... Reisen durch Alemannien, Welschland und Frankreich: welche in den Jahren 1759, 1760, 1761 und 1762 angestellet worden; auch mit zwey Registern der Orte und merkwuerdigsten Sachen vers.
Ulm, 1767
Seite: 322
(PDF, 121 MB)
Bibliographische Information
Startseite des Bandes
Freiburg und der Oberrhein

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/gerbert1767/0346
322 Ebersmuͤnſter.

ter, Ethico, das jungfraͤuliche Stift Hohenburg begabet.
Hieſelbſt ſiehet man deſſen Bild in einen Stein ausgehauen,
wie er ſitzend ſeiner Tochter Odilia ein Buch darreichet, und
auch noch deſſen Sarg, welcher in die Mauer der Engliſchen

Kapelle eingemachet iſt.
*8& W.W.WWW WEWCEW

Ebersmuͤnſter.

ingegen den Leib dieſes Ethico haben uns unſere Ordens⸗
bruͤder zu Ebersheim in der Kirche auf der Mittags⸗
ſeite gezeiget, welcher unvergleichlich gezieret iſt. Weilen er
aber von der Kirche unter die Anzahl der Heiligen nicht
feyerlich geſetzet worden, ſo wird er auch zur oͤffentlichen
Verehrung nicht ausgeſtellet. Die Ebersheimer verehren
ihn als ihren Stifter, obwolen einige behaupten, dieſes
loſter ſeye geſtiftet und benennet worden zur Zeit des
H. Arbogaſts, Biſchofs zu Strasburg, aus Gelegenheit
eines Wunders, durch welches dieſer Heilige den Sohn des
Koͤniges Dagoberts, welcher von einem Eber oder wilden
Schwein geſchlagen worden, wieder geheilet. Die alte
Ebersheimiſche Urkunden nennen es auch Novigentum,
welches die ehemalige Roͤmiſche Benennung iſt. Man giebt
auch dabey vor, daß in dem erſten Jahrhundert der Kirche
der H. Maternus, der erſte Apoſtel aus den Juͤngern
Chriſti, den Tempel, welcher ſeithero dem heidniſchen Aber⸗
glauben gewiedmet geweſen, Chriſto zu Ehren eingeweihet,
und mit Prieſtern und Diakonen beſetzet habe. Dieſer
Ruf iſt nicht gaͤnzlich ungegruͤndet, denn wir
haben ſelber die Spuren des Alterthums daſelbſt
geſehen in den Huͤgeln der Waͤlder, welche der
gemeine Mann von den Heiden noch alſo nennet,
ſo ſpricht Rhenanus ꝰ*) welcher an ſelbigen Orten gelebet;
und von ſeinem Vaterland Rheinau alſo genennet worden,

welches
*) Von deutſchen Sachen im III. Buch.


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/gerbert1767/0346