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346 Freyburg.
hundert Chuno, oder Conrad von St. Blaſien geſchrie⸗
ben. Unſer Ordensbruder, P. Ruſtenus Beer, hat ſolches
neulich an das Licht geſtellet, und wir halten dafuͤr, es ſeye
das naͤmliche Zeitbuch, welches noch in einer Handſchrift in
dem Kloſter Muri aufbehalten wird. Dieſes Buͤrgliſche
Zeitbuch dienet zur Erlaͤuterung der Geſchichte des Bris⸗
gaͤues, mit welcher wir beſchaͤftiget ſind: und deswegen
haben wir uns zu dem Ort ſelbſt naͤher hinbegeben, von
deme Breiſach ſeinen Namen bekommen, eine nicht vor
gar langer Zeit ſehr beveſtigte Stadt, die aber dermalen
durch ihre eingeſtuͤrzte Feſtungswerke einen erbaͤrmlichen
Anblick von ſich giebt.
Freyburg.
E'en dergleichen Schickſal hat Freyburg, die Haupt⸗
ſtadt des Brisgaͤues, ausgeſtanden. Man glaubet,
wiewol faͤlſchlich, ſie habe ihren erſten Urſprung von den
Bergknappen, welche hieſelbſt bey den benachbarten Erz⸗
gruben viele Haͤuſer aufgebauet, weshalben Berthold III.
Herzog von Zaringen, den Ort genommen, eine Stadt
dahin zu bauen, welche ſowohl in Anſehung ihrer Lage, als
ihrer Geſtalt herrlich iſt. Die Hauptkirche, welche nebſt
dem Thurm ihres gleichen in Deutſchland nicht hat, iſt ein
Werk Conrads, Herzogs von Zaringen, und wurde in
der Mitte des XII. Jahrhunderts aufgebauet. Der Thurm
iſt zwar nicht gar ſo hoch als der zu Strasburg, doch uͤber⸗
trift er jenen an Schoͤnheit und Zierlichkeit. Die Kirche
iſt wegen den Holbeiniſchen Mahlereyen eben ſo zierlich.
Nach ihr iſt dir Kirche derer P. P. Predigern vortreflich,
man ſagt, der Schwibbogen ſeye von Albert dem Groſſen
beſorgt worden, deſſen Lehrſtuhl man auch daſelbſten zeiget,
auf welchem er viele Jahre zu Freyburg gelehret.
Es
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