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Freyburg. 347
Es iſt hieſelbſt nachgehends, naͤmlich nach der Mitte
des XV. Jahrhunderts, eine hohe Schule aller Wiſſenſchaf⸗
ten angeleget worden, unter dem Herzog von Oeſterreich Al⸗
brecht, einem Gemahl der Mechtild, aus denen Rheini⸗
ſchen Pfalzgrafen. Sie iſt eben die Stifterinn dieſer hohen
Schule, wie der zu Tuͤbingen, wovon wir oben gemeldet,
und welche beyde die zwey Augen von Alemannien ſind.
Dieſe Freyburgiſche hohe Schule haben viele theils vornehme
Perſonen regieret, auch aus den vorderſten gelehrteſten Gra⸗
fen von Deutſchland mit andern adelichen Maͤnnern und
Lehrern der Wiſſenſchaften, als dem Eraſinus von Rot⸗
terdam, Heinrich Glarean, Jodokus Lorich, einem
Moͤnchen in der naͤchſt an dem Berg (auf welchem das
dreyfache unuͤberwindliche Schloß geſtanden,) gelegenen
Carthauſe. Hieſelbſt werden noch ſeine meiſte mit eigener
Hand geſchriebene Werke, nebſt andern vielen Handſchriften
aufbehalten, welche zwar nicht ſo gar alt ſind, auſſer einem
ungemeinen zierlichen Band der Evangelien ohngefehr vom
X. Jahrhundert. Unter andern gehoͤren zur Geſchichte
die Zeitbuͤcher der Paͤbſte und Kaiſer von ihren
Thaten und Handlungen, zuſammengetragen
durch den Bruder Martin vom Prediger⸗Orden,
Ihro Paͤbſtl. Heiligkeit Bußprieſtern und Kapel⸗
lanen, bis auf das Jahr 1267. Dieſes Zeitbuch des
Maͤrtins von Pohlen oder Schottland iſt bekannt wegen der
Fabel von der Paͤbſtinn Johanna. Des Beda Zeitbuch
durch den Bruder Jacob de Spira. Dieſes Buch wurde
geendiget im Jahr 1452. er ſtarb 1493. Ein Zeitbuch
von Boͤhmen, faͤngt an: der Abſatz von dem Namen,
woher die Slowani oder Boͤhmen gekommen,
und woher ſie alſo genennet werden. Da die
Soͤhne der Menſchen in dem Land Genar nach
der Suͤndfluth nicht daran dachten, noch im Ge⸗
muͤth uͤberlegten die Verheiſſung, welche Gott
dem Noe gethan ꝛc. Sie gehet bis auf das Jahr 1326.
und endiget ſich: Nachdeme er dieſe Dinge nun
ſolcher,
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