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Feldberg. 361
kruͤmmende Fluͤſſe, Waͤlder, Staͤdte, Doͤrfer, und was nicht
mehr? dem Auge darſtellen auf einem Berg, welcher an ſich
ungebauet und unbewohnbar iſt. Es iſt auch hier die ge⸗
meine Sage, welche Schoͤpflin von dem Berg Bel an⸗
fuͤhret, naͤmlich im hchſten Sommer zeigten ſich auf deſſen
Gipfel die Abend⸗ und Morgendaͤmmerungen der auf ein⸗
ander ſolgenden Tage ſoſchnell hintereinander, daß zur Nacht
nur eine kleine Zeit uͤbrig bleibe. Dieſe betruͤgliche Meinung
haben wir nebſt mehr andern aus eigener Erfahrung inne
geworden, doch daß uns weiter keine Luſt ankommt, ſolches
noch ferner zu verſuchen.
Naͤmlich im hoͤchſter Sommer, wenn die Hitze am
groͤſten iſt, wird ſolche durch das Wehen der kuͤhlen Winde
daſelbſt gemaͤßiget. So bald aber die Nacht einbricht,
welches hier um eine halbe Stunde ſpaͤter geſchiehet, ſo
blaſen die Winde dergeſtalten ſtark, daß es ſcheinet, der
Aeolus wolle alle ſeine Kraͤften verſuchen. Wir waren
durch den Vulcan wider die Kaͤlte nicht mehr geſchuͤtzet, denn
an welchem Theil des angezuͤndeten Feuers wir uns zu
waͤrmen gedachten, fielen entweder auf der einen Seite die
Funken uͤber uns her, oder auf der andern nahm der Wind
die Kraft der Waͤrme weg, und trieb ſie auf die Gegenſeite.
Wir hatten alſo kein anders Mittel zu unſerm Schutz uͤbrig,
als eine ſchleunige Flucht uͤber den rauhen, gaͤhen und
ſteinigten Ruͤcken des Berges, wo uns die Wurzeln von
uralten Baͤumen im Wege lagen..
Hier ſind die Quellen des Alb⸗Fluſſes, welchen wir
bis an unſer Kloſter St. Blaſien gefolget ſind. Weswegen
ehemals die erſten Einwohner die Bruͤder an der Alb ge-
nennet worden, und der Ort die weiſſe Zelle, mitten in den
Waͤldern. Dem Fluß ſelbſt haͤnget der Name von den Al⸗
pen an, wie wir oben von Herrenalb und Frauenalb ge⸗
ſagt in dem aͤhnlichen Albegaͤu oder Alpegaͤu, welche mit
vielen andern gleiches Namens von den Alpen den Namen
erhalten. Z35 Reiſe
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