Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., J 6519,baa
Gerbert, Martin; Köhler, Johann Ludwig [Übers.]
Des hochwürdigsten Herrn, Herrn Martin Gerberts ... Reisen durch Alemannien, Welschland und Frankreich: welche in den Jahren 1759, 1760, 1761 und 1762 angestellet worden; auch mit zwey Registern der Orte und merkwuerdigsten Sachen vers.
Ulm, 1767
Seite: 383
(PDF, 121 MB)
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Freiburg und der Oberrhein

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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/gerbert1767/0407
*„☛6, 0ο ee 383
Salzburg.

[[18 trieb uns ein groſſes Verlangen an, in die Stadt
Salzburg, oder das alte Juvavium zu reiſen,
welches nunmehro ſeinen Namen veraͤndert, und dagegen
den von dem durchflieſſenden Salza⸗Fluß angenommen.
Es befindet ſich hier eine ſehr beruͤhmte hohe Schule der
Benedictiniſchen Vaͤter, auf welcher ſeit nicht langer Zeit
her die freyen Kuͤnſte und Wiſſenſchaften den Flor bekomen.
Gleich nach unſerer Ankunft hatten wir eine weitlaͤufige
Unterredung mit dem Rektor der hohen Schule, P. Jallwein,
wie das Kirchen⸗Recht von den Unſrigen ernſtlich und fleißig
koͤnnte gelernet und getrieben werden, indeme ſelbiges zu
dermaliger Zeit auf allen Seiten angetaſtet wird, und die⸗
jenige, welche das Recht ſprechen, die Grundſaͤtze dererjenigen
ſo begierig ergreifen, welche in dieſen letzten Zeiten den kirch⸗
lichen Zuſtand in Verfall geſetzet. Von denen aͤchten Quel⸗
len des Kirchen⸗Rechts hat dieſer P. Rektor vortrefliche
Schriften an das Licht geſtellet, denn er war vorhero oͤffent⸗
licher Lehrer. des kanoniſchen Rechtes auf der hohen Schule
zu Salzburg. Es iſt nur zu bedauren, daß dieſer ge⸗
lehrte und unermuͤdete Mann durch allerhand andere Sor⸗

gen von der Fortſetzung ſeines angefangenen Vorhabens
abgezogen wird.

Am andern Tag haben wir die uralte Handſchriften
der Buͤcherkammer in dem Kloſter des H. Petrus durch⸗
geſuchet. Von dieſen hat Mabillon und Pezius, jener in
ſeiner Reiſe durch Deutſchland, dieſer in der Einleitung der
neuen Saͤtze der unausgegebenen Schriften mit mehrern
gehandelt. Wir wurden auch von dem leutſeligen Herrn
Abt, ehemaligen ordentlichen Lehrer der Weltweisheit auf
der hohen Schul, in die ſehr reichlich verſehene und wohl
eingerichtete Schriftenkammer gefuͤhret. Hierauf giengen
wir in die Erzbiſchoͤfliche Schriftenkammer. Der Buͤcher⸗
G aa


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