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384 L Salzburg.
ſaal ſtoͤſſet daran, in welchem wir unter verſchiedenen den
Gottesdienſt betreffenden Handſchriften, die mit Gold und
Mahlereyen gezieret ſind, meiſtens aus dem XIV. und XV.
Jahrhundert, auch ein Evangelienbuch aus dem X. Jahr⸗
hundert vorgefunden haben. Vornehmlich iſt ein Buch
der Uebergaben auch ohngefehr aus dem X. Jahrhundert
ſehr ſchoͤn.
Nachdeme wir von hieraus in die Schriftenkammor
und den Buͤcherſaal der Handſchriften des Domſtiftes gien⸗
gen, ſo iſt nicht genug zu ruͤhmen, mit was vor einer Hoͤf⸗
lichkeit der Hochgebohrne Graf von Zeil, damaliger Dechant,
uns empfangen. Er hat auch damals und nachgehends, da
wir uns in Wien aufhielten, und da wir in das Kloſter
zuruͤcke giengen, uns Briefe zugeſendet, und alles gethan,
damit Er unſerer Huͤlfe theilhaftig werden moͤchte, die alten
Urkunden einzurichten und anzuordnen. Wir haͤtten dieſes
Geſchaͤfte zwar leicht uͤbernommen, wenn es unſere Um⸗
ſtaͤnde, ſo ſich in kurzem darauf geaͤndert, verſtattet haͤtten.
Wir durchblaͤtterten damals nur obenhin den vortreflichen
Schatz der aͤlteſten Denkmaale. Das ſeltenſte unter den
Handſchriften iſt ein Schottlaͤndiſch geſchriebenes Buch mit
der Innſchrift † Cutbercht hat dieſe vier Evange⸗
lien geſchrieben, er bittet uns alle, wir ſollen fuͤr
ſeine Seele bethen. Voran iſt eine Regel und die Haupt⸗
Abſchnitte uͤber den Matthaͤus, Marcus, Lucas, Jo⸗
hannes ꝛc. geſetzet. Vor einem jeglichen Evangelio ſtehet
eine nicht unfeine Mahlerey. Vielleicht hat ſich der H. Ru⸗
pert dieſes Buches bedienet, und ſolches der Erzbiſchof zu
Canterbury der H. Cutbert geſchrieben, deſſen Briefe unter
den Werken des H. Bonifacius befindlich ſind. Ein
anders Buch vom VIII. Jahrhundert fuͤhret die Ueberſchrift,
Reden: Im Namen des Vaters, und Sohnes, und
heiligen Geiſtes fangen die Erklaͤrungen an von
allen und jeden Vorleſungen der Rechtglaubigen
und Catholiſchen. Hierauf folget: die erſte Vor⸗
leſung
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