Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., J 6519,baa
Gerbert, Martin; Köhler, Johann Ludwig [Übers.]
Des hochwürdigsten Herrn, Herrn Martin Gerberts ... Reisen durch Alemannien, Welschland und Frankreich: welche in den Jahren 1759, 1760, 1761 und 1762 angestellet worden; auch mit zwey Registern der Orte und merkwuerdigsten Sachen vers.
Ulm, 1767
Seite: 390
(PDF, 121 MB)
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Freiburg und der Oberrhein

  (z. B.: IV, 145, xii)



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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/gerbert1767/0414
390 Regenſpurg,

Handſchriften keinen Namen des Verfaſſers gefunden, hat er
alſogleich ein ſothanes Werk den Seinigen zugeſchrieben.
Wir haben dieſes an mehr als einem Beyſpiel geſehen, als
wir bey unſerer Ruͤckreiſe aus Welſchland daſelbſt waren,
und die Buͤcherſaͤle von Oeſterreich beſuchten.

Nirgend in der Welt haben wir ſo vortrefliche Ur⸗
kunden ſowohl fuͤr den Alemanniſchen oͤffentlichen Gottes⸗
dienſt, als auch fuͤr die Geſchichte der Kirchentonkunſt und
Schriftſteller von der Tonkunſt uͤberhaupt angetroffen, als
in dem Kaiſerlichen Buͤcherſaal zu Wien. Und zwar ge⸗
ſchahe es durch die Gnade Ihro Majeſtaͤt der Kaiſerinn,
und Verguͤnſtigung des Wohlgebornen Herrn van Switen,
und aus beſonderer Hoͤflichkeit und Wohlgewogenheit des
hochgelehreen Herrn Kollari, erſten Buͤcherbewahrers.
ieſer gehet nun einzig und allein damit um, die von
Lambecken angefangene Erlaͤuterungen uͤber die hand⸗
ſchriftlichen Buͤcher des Kaiſerlichen Buͤcherſagls zu Wien
vermehrt und verbeſſert auf das vollſtaͤndigſte an das Licht
zu ſtellen.

Wir uͤbergehen die uͤbrigen vortreflichen Buͤcher⸗
kammern von Oeſterreich, welche voll alter Urkunden ſtecken,
vornehmlich die zu Lambach, Gottwein und Neuburg, als
die wir beſuchet haben. Hingegen hat uns die Gemuͤthsart
des Abtes von Zwetlen, welche wir in Wien haben kennen
lernen, abgeſchrecket, ſeinen Buͤchern einen Beſuch abzu⸗
ſtatten. Ein einziges wollen wir hier denen Freunden der
Alterthuͤmer zu lieb erzaͤhlen, naͤmlich es iſt der harten Zeit
beyzumeſſen, daß die beruͤhmte Gottweiniſche Zeitbeſchreibung
des Hochwuͤrdigen Abtes Beſſels noch nicht ganz zum Vor⸗
ſchein gekommen, wie wir ſolche zum Druck fertig in dem
daſigen Kloſter liegen geſehen. Der ganze zweyte Theil die⸗
ſes Werkes beſchreibet noch die urkundliche Sachen von
Deutſchland, und zwar eine andere Gattung von urkundlichen
Briefen, die nicht ſo feyerlich ſind, naͤmlich die beſondern.
welche


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