Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., J 6519,baa
Gerbert, Martin; Köhler, Johann Ludwig [Übers.]
Des hochwürdigsten Herrn, Herrn Martin Gerberts ... Reisen durch Alemannien, Welschland und Frankreich: welche in den Jahren 1759, 1760, 1761 und 1762 angestellet worden; auch mit zwey Registern der Orte und merkwuerdigsten Sachen vers.
Ulm, 1767
Seite: 398
(PDF, 121 MB)
Bibliographische Information
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Freiburg und der Oberrhein

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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/gerbert1767/0422
398 Weiſſenau.

Wir haben hier einige Handſchriften angetroffen,
welche dieſes Alter nicht wenig uͤberſteigen. Vornehmlich
ſahen wir einen Band Alemanniſcher Geſetze vom IX. oder
X. Jahrhundert mit einer Sammlung des Anſegiſus,
welche in vielen Stuͤcken von der Ausgabe Baluzens und
Georgiſchens verſchieden iſt. Man hebet hieſelbſt einen
Ungenannten uͤber die Pſalmen vom XII. Jahrhundert auf.
Faͤngt an: Weilen mit Huͤlfe desjenigen, ohne
welchem alle Handlung und Abſicht vergeblich iſtꝛe.
Am Ende: Ein jeglicher Geiſt wird das genennet,
nicht Fleiſch,/ nicht Blut, nicht Verderbniß, ſondern
ein geiſtlicher Menſch, dann nach dem SFleiſch iſt
der Tod. Eine andere Auslegung der Pſalmen vom XIII.
Jahrhundert. Faͤngt an: Da es bekannt iſt, daß alle
Propheten aus Gffenbarung des heiligen Geiſtes
geredet haben. Am Ende: die Stimme des ewigen

Lebens iſt, ein jeder Geiſt lobe den Herrn. Aus
eben dieſem Jahrhundert ein Ungenannter uͤber den Narcus.

Faͤngt an: Wenn dem Verderben gewehret wird,
ſo kom̃t die Gerechtigkeit uͤberſchwenglich. Jeſ. X.
Am Ende: Dieſe Zeichen ſollen auf die Predigt fol⸗
gen, erſtlich die Ueberzeugung der Zuhoͤrer, zwey⸗
tens die Bekehrung der Suͤnder, drittens die
Bekraͤftigung der Gerechten.

Der Hochwuͤrdige Herr Probſt hat uns einige Hand⸗
ſchriften, die zu unſerm Nutzen gereichen konnten, ohn⸗
beſchwert zukommen laſſen. Da uns nun eben dieſe Ge⸗
faͤlligkeit Ihro Excellenz, der Herr Abt zu Salmansweil,
und hier und da auch andere geiſtliche Vorſteher und Ver⸗
walter der Buͤcherſaͤle anderwaͤrts erwieſen, ſo ſind wir
ganz vergnuͤgt uͤber den gluͤcklichen Fortgang
unſerer Reiſe nach Haus zuruͤcke
gekehret.

Reiſe


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