Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., J 6519,baa
Gerbert, Martin; Köhler, Johann Ludwig [Übers.]
Des hochwürdigsten Herrn, Herrn Martin Gerberts ... Reisen durch Alemannien, Welschland und Frankreich: welche in den Jahren 1759, 1760, 1761 und 1762 angestellet worden; auch mit zwey Registern der Orte und merkwuerdigsten Sachen vers.
Ulm, 1767
Seite: 456
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Freiburg und der Oberrhein

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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/gerbert1767/0480
45⁵6 Kloſter Flavigni.

Er nahm ſich vor, an dem Ende des letzten Bandes

zwey Handſchreiben vom Benedict XIV. ans Licht zu ſtel⸗
len, deren eines er in lateiniſcher, und das andere in franzoͤ—

ſiſcher Sprache an ihn abgelaſſen. Es verlohnet ſich der
Muͤhe, und iſt des Angedenkens und der Freundſchaft dieſes
unſterblichen Mannes wuͤrdig, die Abſchrift von beeden, ſo
wie er uns ſolche zugehen laſſen, hierunten beyzuſetzen. *)

Wir unterhielten mit ihme nicht wenige Jahre einen
Briefwechſel und eine wechſelsweiſe Mittheilung unſerer
gelehrten Arbeiten, welche dann in Gegenwart höchſtangenehm
ſeyn mußte. Unter andern Kleinodien zeigte er uns ein
kleines Goͤtzenbild aus Gold, welches man erſt kuͤrzlich aus
den Mauren des alten Schloſſes naͤchſt Flavigni ausge⸗
graben, mit einem kleinen Staͤblein und einer daran um⸗
wundenen Schlange, wie der Aeſculap dergleichen in der
Hand zu tragen pfleget. Ein vierfuͤſſiges Thier, ein Hund,
wie es ſcheinet, iſt zur Rechten, zur Linken aber ein zwey⸗
fuͤſſiger Hahn. Dieſes Kloſter Flavigni wurde im X. Jahr⸗
hundert unter Oddo J. geſtiftet. Man muß es von einem
andern dieſes Namens in Burgund unterſcheiden, woſelbſt

der
VVBenedict XIV. Pabſt, entbiethen unſerm geliebten Sohn, unſern
Gruß und apoſtoliſchen Segen. Wir haben durch die Haͤnde unſers
geliebten Sohnes, des Cardinals Paſſionei, ſiebenzehn Baͤnde eures
Buͤcherſagls der Kirche erhalten, und ſtatten Euch den ſchuldigen
Dank dafuͤr von Herzen ab. Dieſes Werk war uns nicht unbekannt,
denn wir thaten deſſelben ruͤhmliche Erwaͤhnung in einigen unſern
zum Drucke gefertigten Werken, und namentlich in unſerm Brief,
welcher der Ausgabe des Roͤmiſchen Blutzeugenverzeichniſſes voran
geſetzt iſt. Euer Werk iſt uns als ſehr fein geſchrieben vorgekomen,
und aus demjenigen, was wir bishero darinnen geleſen, erſehen
wir, daß es mit einem geſunden und nicht ungeſunden Urtheil al⸗
lenthalben abgefaſſet iſt, und den Wunden eine Heilung verſchaffet,
welche dem apoſtoliſchen Stuhl und der Wahrheit in einig andern
vorhero ausgegebenen Buͤcherſaͤlen verſetzet worden. Die ſechzehen
Baͤnde, ſo wir entlehnet, wollen wir ihrem Herrn wieder zuſtellen,
und die ſiebenzehen, ſo wir von Euch zum Geſchenke bekommen,
werden wir in unſere beſonders eigenthuͤmliche Buͤcherkamer ſtellen.
Eben das wird geſchehen mit den andern Baͤnden, die ihr noch ferner
erausgeben werdet, wann ihr mit ſolchen uns eine Verehrung machen
olltet. Wir werden uns mit dem Cardinal Paſſionei beſprechen,
wie wir euch von uns ans Licht geſtellte Werke uͤbermachen ſollen.
Und wir hoffen, ſolche werden euch nach eurer angebornen Guͤtig eit
ni


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