Universität Freiburg, Musikwissenschaftliches Seminar, Bibliothek, Frei 14: V/230/GLAR/1 (R)
Glareanus, Henricus Loriti; Bohn, Peter [Übers.]
Glareani Dodecachordon
Leipzig, 1888
Blatt: 55
(PDF, 100 MB)
Bibliographische Information
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Drucke des Humanismus und der Reformationszeit

  (z. B.: IVa, 130a, IVb, 130b; Achtung: bei Originalseitenzählung "IIII" muss hier "IV" eingegeben werden)



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Zweites Buch. Viertes Kapitel. Wie aus den zwölf Oktavengattungen nur sieben entstehen.

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d. i. des jetzt gebräuchlichen siebenten Modus in arithmetischer Teilung-. Dieser ist bei Aristoxenus
der Hypojastius, aber, bei uns der Hypojonicus. Der Hypophrygius, d. i. unser, vierter
in harmonischer Teilung, und der Lydius, d. i. der alte fünfte Modus in arithmetischer Teilung,
können eigentlich nicht so geteilt werden im diatonischen Geschlecht, weil die Stimmen in
der Verbindung der Quarte und Quinte sich so zueinander gestalten, dass sie auf der einen
Seite eine verminderte Quinte und auf der anderen Seite einen Triton bilden. Und unser
achter Modus ist nicht der achte des Ptolemäus, denn dieser hat mit dem Hypodorius dasselbe
System, nämlich die erste Oktavengattung, jener aber hat mit dem Dorius die vierte
Oktavengattung, obgleich in arithmetischer Teilung. Auf diese Weise würden aus den sieben
harmonisch und arithmetisch geteilten Oktavengattungen vierzehn Modi entstehen, wenn die
zweite und sechste sich auf die zweifache Weise, wie die anderen, teilen liefsen. Weil das
jedoch nicht geschehen kann, verbleiben uns aus den sieben Oktaven gattungen nur zwölf Modi.
Um das Gedächtnis des Lesers zu unterstützen, - setzen wir eine andere Darstellung dieser
Sache, wobei wir nur noch das hinzufügen, dass man nach Aristoxenus später diese beiden
unteilbaren, Hyperaeolius und Hyperlydius genannten Modi zugefügt hat (obgleich ich glaube,
dass der zweite nicht Hyperlydius sondern Hyperphrygius zu nennen ist, wie wir später bemerken
werden). Weil diese die Teilung durch Quinte und Quarte nicht haben, weil ferner
Aristoxenus, dessen Nomenclatur wir hier folgen, dieselben weggelassen zu haben scheint,
schien es auch uns gut, sie in diese Ordnung nicht aufzunehmen. Wir werden jedoch ihren
Platz bei der Erklärung der sieben Oktavengattungen angeben. Es reicht aus, dem Leser
dies einmal gesagt zu haben, so dass man später nicht von neuem daran zu erinnern nötig hat.

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Hypodorius

Hypophrygius

Hypolydius

Dorius

Phrygius

Lydius

Mixolydius

:. Hypermixolyd-





Axithm.

Harm.



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. Harm.



Aritkni.

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Harm.



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Arithm.

Harm.



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Harm.











































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Erste Oktavengattung von A nach a

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N

Dieser ist der Aeolius bei Aristoxenus Neunter

Zweite Oktavengattung von B nach h

Vierter

Diese Teilung hat im diatonischen GescMechte keine „ raeolius
Stelle wegen der kleinen Quinte und des Tritons ,

Dritte Oktavengattung von C bis c \

Alter sechster

Heifst in unserer Zeit 5ter, bei Aristoxenus Jastius,

bei anderen Jonicus Ellter

vierte Oktavengattung von D bis d

Dieser wird von Aristoxemis Hyperjastius genannt, .

von uns Hypermixolydius. Acuter

Erster

Fünfte Oktavengattung von E bis e

Dieser ist der Modus Hypoaeolius bei Aristoxenus Zehnter

Dritter

Sechste Oktavengattung von F nach f

Diese Teilung ist im diatonischen Geschlechte un- „ . . .
passend wegen der kleinen. Quinte tyid des Tritones yperpujyus

Alter fünfter

Siebente Oktavengattung von G nach g

In unserer Zeit hat er den Namen 6ter, bei Aristoxe- „

nus Hypojastius Zwölftel

Siebenter

Achter des Ptolemäus, mit dem zweiten der Natur nach derselbe.



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