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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/gute_bote_1908/0007
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Jänner hat 31 Tage.

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Den aſtronomiſchen Teil des Kalenders zu revidieren,
hat Herr Aſtronom M. Ebell in Kiel, früher an der
Straßburger Sternwarte, die Güte gehabt. Die Zeit⸗
angaben beziehen ſich auf die mitteleuropäiſche

Zeit.

Schreibkalender.

Alles mit Gott tu fangen an,
So wirſt du Glück und Segen han!

Fandwirtſchaftlicher Kalender.

Im Jänner reinige man die Obſtbäume, umſchlage H“

ihre entblößten Wurzeln mit neuer Erde. Beſonders
dünge man Bäume, die abſterben wollen. Man binde
Spaliere und Wandobſtbäume los und beſchneide über⸗⸗.
haupt alle Arten von Baumobſt, ſo wie auch die hHin⸗·⸗.

beer⸗ und Johannisbeer⸗ und Stachelbeerſtöcke. Man

dünge Acker und Wieſen, ſo lange der Froſt währt.
Man lege warme Miſtbeete, auch die erſten Gartenbeete
an. Man bedecke zarte Pflanzen vor dem Froſt.

Bauernregeln.

Wenn die Tage beginnen zu langen, Kommt der
Winter gegangen. — Im Jänner viel Regen, wenig
Schnee Tut Bergen, Tälern und Bäumen weh. —
Tanzen im Januar die Mucken, Muß der Bauer nach
dem Futter gucken. — Fabian Sebaſtian (20) Fangen
die Bäume zu ſaften an. — Vincenzen (22) Sonnen:
ſchein Bringt viel Korn und Wein. — Sankt Paulus
(25) klar Bringt gutes Jahr. So er bringt Wind,.
Regnet's geſchwind.

Hundertjähriger Kalender.

Dieſer Monat iſt anhaltend und mit geringer Unter⸗.
brechung kalt bis zum 30., wo windiges und gelindes
Wetter eintritt. W

Allerlei Ernſtes und Heiteres.

Vom treuen Gebrauch der Bibel.

Im Frühjahr 1781 reiſte Kaiſer Joſeph II. unter dem
Namen „Graf Falkenſtein“ in Böhmen umher und kam
eines Nachmittags in das Städtchen Lakenſtein im
böhmiſchen Erzgebirge. Sturm und Regen ließen ihn
nicht weiter; er blieb mit ſeinem Gefolge im Gaſthofe
des Städtchens über Nacht. Am Abend kamen Bauern
des Orts und beſprachen ſich mit dem Wirt über ein
Häuslein vor der Stadt, in welchem dunkle Geſtalten
mit Lichtern in der Hand umhergehen ſollten. Man
meinte, dort würden Zauberkünſte getrieben, und es

werde aus dem Hauſe noch viel Unglück über den Ort

kommen. Joſeph ſagte: „Dahin muß ich!“ Man bekreuzte
ſich, ſegnete ihn, und ſo ging er hin. Seine Leute
umſtellten das Haus; er ſelbſt klopfte an die Tür. Der
Hauswirt Senitz trat heraus und fragte: „Wer ſit
einen ehrlichen Mann in ſo ſpäter Ab ndſtunde 2“ Joſeph
antwortete: „Seid ihr ein ehrlicher Maun, ſo ſollt ihr
leben; ſeid ihr es aber nicht, ſo werdet ihr in dieſer
Nacht noch ſterben!“ Senitz öffnete, Joſeph trat ein. In
der Stube ſtand ein Tiſch, auf demſelben lag ein großes
Buch; das war die Bibel, und um den Tiſch ſaßen
zwölf Leute. Senitz mußte foͤrtfahren in ſeiner Andacht,
während der Kaiſer auf der Ofenbank Platz nahm. Er
las Ev. Joh. Kap. 3: „Alſo hat Gott die Welt geliebt
uſw.“ Joſeph rannen die Tränen über die Wangen, und


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