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Hornung hat 29 Tage.
Schreibkalender.
Iſt der Wurm im Herzen, ſo geht
der Baum zu Grunde.
Landwirtſchaftlicher Kalender.
Rüben auf kalte Miſtbeete; unter Fenſter ſäe man Lattich
und Blumenkohl. Auch lege man Miſtbeete zu frühen
Melonen an einem warmen Orte an, ſäe von den letzten
Tagen an Erbſen, Salat, Zwiebeln, Lauch, Sauerampfer,
Skorzoneren, Spinat, Kohl, Körbelkraut, Selleri, Peter⸗
ſilie, Mangold ins freie Feld. Man dünget auch die
Wieſen, ſäet Hafer, Linſen, Kanf⸗ ſei aber auf Witterung
und Gegend wohl bedacht. Verſchiebe lieber die Saat bis
in den April, ehe man vergebens ſäet; doch hat die Früh⸗
ſaat den Vorzug vor der ſpätern, weil ſie die Winterfeuch⸗
tigkeit genießt. Nur nicht allzu vorſichtig: Pred. Sal. 11,
4—6: an Gottes Segen iſt alles gelegen.
Bauernregeln.
Wenn's der Hornung gnädig macht, Bringt der Lenz
den Froſt bei Nacht. — Wenn im Hornung die Mücken
ſchwärmen, Muß man im März die Ohren wärmen. —
Wenn Lichtmeß (2) im Klee, Iſt Oſtern im Schnee. —
Zu Lichtmeß beſſer einen Wolf ſehen als einen Bauer
ohne Kamiſol. — Sankt Dorothee (6) Bringt den
meiſten Schnee. — Mattheis (25) bricht Eis. Find't er
kein's, ſo macht er eins. — Nach Sankt Mattheis
Geht kein Fuchs mehr übers Eis.
Hundertjähriger Kalender.
Am 2. und 3. trübe und gelinde, vom 4. bis 6. kalt.
und trübe, vom 10. an Regen, 13. bis 26. Schnee und
Kälte, dann mildes Wetter.
er rief: „In meinem Leben erfahre ich zum erſtenmale,
daß es noch Leute gibt, welche die Bibel leſen!“ Er
gebot dem Manne, nach Wien zu kommen, ſich im kaiſer⸗
lichen Schloſſe nach dem Grafen Falkenſtein zu erkun⸗
digen, der werde für ihn beim Kaiſer ein gutes Wort
einlegen. Senitz iſt mit ſeinem Sohne dort geweſen. Er
fand in dem Grafen Falkenſtein den Kaiſer. Der ergriff
ihn mit beiden Händen und übergab ihm dann eine
Rolle, welche das Tolexanzedikt (Erlaß, wodurch den
Proteſtanten die freie Ausübung ihrer Religion gewährt
wurde) vom 13. Oktober 1781 enthielt. Auch ein 500⸗
Guldenſchein war hineingelegt zum Bau eines Bethauſes.
Das Lakenſteiner Bethaus trägt die Inſchrift: „Geſchenk
des Kaiſers.“ Dem treuen Gebrauch der Bibel des
Senitz verdankt Oſterreich mit ſein „Toleranzedikt“.
Wie weit iſt der Weg bis zur Hölle?
Ein Diſier beſuchte einmal ein Bergwerk. Er hatte
leider die Gewohnheit an ſich, ſo unverſchämt zu fluchen,
daß gottesfürchtige Leute ſich mit Grauſen von ihm
abwandten. Ein frommer Grubenarbeiter wurde beauf⸗
tragt, ihn in dem Bergwerk herumzuführen, und der
Offizier fluchte nun bei dieſer Gelegenheit wieder auf
die entſetzlichſte Weiſe, worüber der Grubenarbeiter ſich
ſehr entrüſtete. Nachdem die Beſichtigung beendet war,
Im Hornung ſäe man Monatrettige, Salat, gelbe
—
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