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April hat 30 Tage.
Schreibkalender.
Geben iſt ausſäen. Wer viel ausſäet,
wird viel ernten.
Landwirtſchaftlicher Kalender.
Im April dürfen ſchon Zwiebeln, Lauch, Winter⸗
rettige, rote und gelbe Rüben, Kraut, Paſtinaken,
Blumenkohl, Kohlrüben, um Samen daraus zu ziehen,
in das freie Land verpflanzt werden. Gegen Ende des
Monats darf man ſchon Bohnen in das Land legen.
Man legt wieder Erbſen, pfropft Birnen und Apfel,
endet das Pflanzen und Beſchneiden der Bäume, und
gibt denjenigen, die durch Mehltau gelitten haben,
Schweinsdünger. “ſ
Bauernregeln. .
Es iſt kein April ſo gut, Er ſchneit dem Schäfer auf
den Hut. — Dürrer April Iſt nicht des Bauern Will;
Aprilenregen Kommt ihm gelegen. — Aprilis kühl und
naß, Füllt Scheuer und Faß. — Am Georgentag (23)
ſoll ſich der Rabe im Korn verſtecken. — Sankt Georg
und Sankt Marks (25) Drohen oft viel Args. — Sind
die Reben am Georgi blutt und blind, Soll ſich freuen
Mann, Weib und Kind.
Hundertjähriger Kalender.
Vom 1. bis 13. windig, trübe und regneriſch, vom 14.
bis 20. kalt, am 21. ſchön, vom 22. bis 25. leidlich, vom
26. bis zu Ende Regen.
aushöhlen, ſo werde ich doch endlich den harten Kopf
dieſes Schuſtergeſellen andern Sinnes machen. So kam
er eines Tages wieder und brach in die Worte aus
„Aber ſagen Sie mir doch nur, warum wollen Sie
durchaus nicht auch nur ein einziges Mal ſpielen?
„Ich“, ſprach der Gefragte? Nun, wenn Sie es durch⸗
aus wiſſen wollen, ſo will ich es Ihnen ſagen: Darum
will ich nicht ſpielen, weil geſchrieben ſteht 1. Tim. 6, 9:
„Die da reich werden wollen, die fallen in Verſuchung
und Stricke und viel törichter und ſchädlicher Lüſte,
welche verſenken den Menſchen ins Verderben und Ver⸗
dammnis.“ „Wenn Sie ſo wollen“, ſagte der Agent,
„da iſt nichts mit Ihnen anzufangen.“ — „Ja, ja! dabei
bleibe ich“, ſagte der Geſelle. Es währte nicht lange,
ſo erfährt dieſer, jener Glücklichmacher ſitze hinter Schloß
und Riegel. Er hatte eine Anzahl Loſe, die er nicht
mehr unterbringen konnte, für ſich behalten. Es waren
aber lauter Nieten und Nullen, d. h. er gewann nichts
und konnte nicht einmal den Einſatz bezahlen. Im Ge⸗
fängnis hatte er Zeit über 1. Tim. 6 nachzudenken. Der
Geſelle hat es auch als Meiſter nie bereut, daß er nicht
geſpielt, und blieb Zeit ſeines Lebens dem Worte treu,
deſſen Segen er reichlich erfahren: „Es iſt ein großer
Gewinn, wer gottſelig iſt und läſſet ſich begnügen.“
Treffende Antwort.
Eine vornehme Dame fragte eines Tages einen Pre9e⸗—
diger des Evangeliums, ob denn alle im Himmel bei⸗
einander ſein würden. Als der Gefragte dies mit „Ja“
beantwortete, ſagte die reiche Dame: „Das iſt doch ein
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