Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/gute_bote_1908/0015
Mai hat 31 Tage.

Schreibkalender.

Trau, schau, wem?

Landwirtschaftlicher Kalender.

Im Mai versetzt man die Sommergewächse aus den
Mistbeeten in's Land; säet Salat, Majoran, Basilikum,
Skorzoneren, Mangold, Winterrettige. Sommerrettige
säet man in Land, worin kein frischer Dung ist. Man
säet farbige und große Bohnen, pflanzt Artischocken,
versetzt Lattich, Kappiskraut und Wirsingpflanzen für
den Winter. Die Gurken, wovon man Kukümmerchen
diehen will, säͤe man am Ende des Monats. Man knüpft

ie Knoblauchblätter und säet Endiviensamen. Blumen-. 8

freunde müssen in diesem Monat von den Blumen, die
sie den Sommer hindurch haben wollen, den Samen
säen.
Bauernregeln.

Abendtau und kühl im Mai Bringet Wein und vieles

Heu. - Kühler Mai bringt Allerlei. - Nicht zu küzl
und nicht zu naß, Füllt die Scheuern und das Faß. -
Jeder Maikäfer bringt ein Ohm Wein mit, aber man
muß ihn ihm abnehmen. - Sankt Pankratius (12) und
Servatius (13) Bringen oft noch viel Verdruß. - Wenn

Spinnen fleißig weben im Freien, Läßt sich dauernd

schön Wetter prophezeien. Weben sie nicht, wird's Wetter

sich wenden; Geschieht es bei Regen, wird bald er sich

enden.

Hundertjähriger Kalender.

Bis zum 9. schön und warm, vom 10. bis 13. heiß,
dann bis zum 23. kalt und Regen, vom 25. bis 27. trübe,
28. und 29. kalt, 30. und 31. schön.

trauriger Gedanke für mich, im Himmel bei meiner
Magd zu sitzen." - Der Prediger erwiderte, sie brauche

gar keine Angst zu haben, daß sie im Himmel bei ihrer

Magd zu sitzen brauche, denn solche hochmütige Leute,
wie sie, kämen gar nicht hinein. .

- J --

-

1

Ein kleines Kind stand am Tore, als sein Vater mit
einem schwerbeladenen Kornwagen in dasselbe hereinfuhr.

Der Vater sah das Kind nicht und wollte zufahren.
Eines der Pferde hatte das Kind umgestoßen, sodaß es
unmittelbar vor dem Rade lag. Beide Pferde blieben
sogleich stehen. Vergebens trieb sie der Mann wiederholt
an, sie standen unbeweglich wie Mauern. Jetzt ging er
um den Wagen herum, um zu sehen, was etwa im
Wege liegen möchte. Mit Todesschrecken erblickte er sein
liebes kleines Kind vor dem Rade. Es war völlig un-
versehrt und lächelte ihn fröhlich an. Unter Freuden-
tränen trug er das Kind ins Haus und sprach zu
seiner Frau: "Hier bringe ich dir dein Kind, das Gott
uns zum zweitenmal schenkte! Ein Engel Gottes ist

meinen Pferden in die Zügel gefallen, sonst hätte ich

dirs tot bringen müssen!"


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/gute_bote_1908/0015