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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/gute_bote_1908/0069
gestatten will, das ist doch schon mehr als

ag lächerlich. .
nt- Die Gefahr für den Weltfrieden liegt nicht
ffe bei uns, sondern an einem ganz anderen
en Punkte der Welt, beim guten Freunde, den
im Sngland bisher so sehr unterstützt und der ihm
ver über den Kopf wachsen könnte: Japan.
bt, Das fühlt sich ganz mächtig: seine Schiffe
eim koßmmen schon nach Europa und paradieren
en mit den andern in der Kieler Bucht. Kaum
sen hat es Rußland besiegt, so schielt es nach den
nd Vereinigten Staaten, welche die
bdee Caearolinen besitzen, die Japan auch gern haben
en, möchte. Japaner siedeln in Massen nach den
ge- Sandwichinseln und nun möchten sie auch

nach Californien und sich in und um St. Fran-
zisko ansiedeln. Aber dort fürchtet man die
gelbe Invasion und möchte sie sich vom Leibe
halten. Das will sich Japan nicht gefallen
lassen, so daß sehr leicht ein Konflikt zwischen
den beiden in nächster Zeit entstehen könnte,
und der Stille Ozean dann seinen guten
Namen verlieren würde.
König Eduard merkte aber, daß er
mit seinen vielen Reisen in Deutschland miß-
trauisch angesehen wird, und hat für diesen
Herbst unsern Kaiser nach England einge-
laden. Vorher wird dieser seine Nordlandreise
wieder antreten und macht jetzt (anfangs
Juli) einen Besuch beim dänischen Hofe in

in- Kopenhagen. Und da wir in Däne-
ist, mark sind, wollen wir nicht versäumen, zu
zu berichten, daß man in diesem fortgeschrittenen
in- Lande die Prügelstrafe wieder einge-
er- führt hat, und zwar besonders für rohe sittliche
n? Vergehen. Sie ist in 2 Jahren nur 3 mal an-
etzt gewandt worden, und hat recht gute Früchte
biß getragen. Der eine Delinquent soll nach der
sen Exekution gesagt haben: "Das hat verflucht
ach weh getan, man wird mich nicht mehr er-
zu- wischen." Und so haben in der Tat die unsitt-
den lichen Attentate seitdem bedeutend abge-
ch- nommen, während diese Menschen sich aus
em einer Freiheitsstrafe gar nichts machten. Auch
en- anderwärts zu empfehlen!
den -
in- Aus unserem Lande haben wir diesmal
en nicht viel zu berichten. Nach Abgang des hoch-
cht verdienten Bürgermeisters Dr Back hat der
nuf Gemeinderat in Straßburg den bis-
der herigen Beigeordneten Dr Sch wander
1s- zum Bürgermeister ernannt. Derselbe stammt

aus Colmar und hat sowohl als Schriftsteller

ig-
tet wie als Mann der Praxis besonders auf dem
en Gebiete der Armenpflege und der Volkswirt-

cht

.-

65

schaft sehr Hervorragendes geleistet; eine Ar-
beitskraft ersten Ranges, zu welcher man
Straßburg nur beglückwünschen kann.
In Mülhausen haben bei Ergänzungs-
wahlen die vereinigten bürgerlichen Parteien
endlich wieder die Sozialdemokraten besiegt

und denselben die Alleinherrschaft auf dem
es war aber auch die

Rathause entrissen;
allerhöchste Zeit!

Die liberale Partei hat sowohl im

Gemeinderat von Straßburg als im Landes-
ausschuß sich für Einführung der Simul-

tanschule an Stelle der konfessionellen

Schule ausgesprochen. Sie meint, damit den
engherzigen Geist, der die katholische Kirche
beherrscht, bekämpfen und zugleich den Sinn

für Toleranz der Jugend beibringen zu köönen.

In beiden Beziehungen irrt sie sich aber ge-
waltig und sieht nicht, daß ihre Bestrebung
keinen Fortschritt, sondern einen Rückschritt
bedeute, zu dem wir Protestanten die Hand
nicht bieten dürfen. Wissen denn die Herren
nicht, daß die erdrückende
Bevölkerung katholisch ist und ihrem Klerus
blindlings folgt, und daß der größte Teil der

katholischen Lehrer unter dem Einfluß dieses

Klerus steht und noch lange stehen wird?
Und unsere protestantischen Kinder sollen von
diesen Lehrern unterrichtet und erzogen wer-
den? Wollen das die Liberalen? Wissen die
Herren nicht, daß unsere Schulen, besonders

in den Städten, auf einer viel höheren

Stufe stehen als die katholischen Schulen?
Und wir sollten die Hand dazu bieten, daß
unsere guten Schulen auf eine niedrigere

Stufe herabgesetzt würden? Heißt man das-
Fortschritt? Wissen denn die Herren nicht,

daß die Schule nicht nur unterrichten, sondern
auch erziehen soll? Wissen sie nicht, daß der
Protestantismus zur Selbstständigkeit, zum
eigenen Urteil, zur freien Entwicklung der
Persönlichkeit zu erziehen sucht (weshalb die

protestantischen Völker alle es weiter bringen

als die katholischen), und daß der Katholi-
zismus nur zum Gehorsam,
werfung erzieht? Ist das nun ein Fortschritt,
unsere Schulen zu zerstören und sie in die
Hände einer ultramontanen Lehrerschaft aus-
zuliefern? Für eine solche zerstörende Arbeit
des Liberalismus danken wir Protestanten
und werden uns mit Händen und Füßen
dagegen wehren. Übrigens wird der Landes-
ausschuß vorderhand auch nicht für Ein-
führung der Simultanschule zu haben sein.
Der Landesausschuß ist aber einmal

5

Mehrheit der

zur Unter-


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