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für ſie zu ſorgen und Unterkunft für ſie
zu ſchaffen. Das war die Sache von
H. Goehrs; ſofort ſtürzte er ſich in die
Arbeit und trat in Verbindung mit dem
großen Kinderfreund Guſtav Werner in
Reutlingen, der ſogleich bereit war, eine
Anzahl der Straßburger Kinder in ſeine
Anſtalten aufzunehmen; dieſe Kinder zu
ſammeln, auszuſtatten und dorthin zu
bringen, war nun die Arbeit von Goehrs
und ſeinen Freunden. Doch für ſein
eigenes Fortkommen mußte er auch ſorgen.
Im Jahre 1871 übernahm er das Spedi⸗
tionsgeſchäft, das früher H. Ottmann ge⸗
leitet hatte, zuerſt in der Sebaſtopolſtraße
neben dem alten Bahnhofe, ſpäter in der
Langſtraße, und das er einige Jahrzehnte
leitete, neben andern Unternehmungen, an
denen er ſich beteiligte und die ſich immer
mehr häuften. Doch das alles füllte ſeine
Zeit nicht aus und entſprach nicht den
Wünſchen ſeines Herzens; er ſuchte
Arbeit für das Reich Gottes, nur das
war ihm des Lebens wert, nur das gab
ihm wahre Befriedigung; an dieſer Arbeit
ſollte es ihm nicht fehlen, er hat reichlich
Gelegenheit dazu gefunden, und dieſe hat
er auch in bewundernswürdiger Weiſe
ausgenützt. .
Schon im Jahre 1869 hatte ſich ein
Comité gebildet zur Gründung einer Her⸗
berge zur Heimat, welche für die
wDandernden Handwerksburſchen beſtimmt
iſt, um ſie dem verderblichen Einfluß der
Geſellenherbergen zu entziehen. Ihr habt
doch ſchon von Paſtor Bodelſchwingh ge⸗
hört, der ſich beſonders der wandernden
Handwerker angenommen, die er „meine
Brüder von der Landſtraße“ nannte, und
für die er nacheinander chriſtliche Her⸗
bergen, Verpflegungsſtationen und ſchließ⸗
lich auch Arbeiterkolonien gründete, in
welchen die Verkommenſten dieſer Ge⸗
ſellen wieder an Arbeit gewöhnt und für
ein geregeltes Leben brauchbar gemacht
werden ſollten. Dieſer Mann hat Zeit⸗
lebens ein warmes Herz für dieſe uns oft
für Armenpflege in Berlin, der Juſtizrat
Dr Ruhland von Colmar es wagte zu
ſagen, es möchte ſie doch der Teufel
holen, ſo ſtand P. v. Bodelſchwingh auf,
rief: „Das war ein böſes Wort, Herr
Juſtizrat.“ Bei uns wurde alſo nach dem
Vorbilde von Bodelſchwingh eine ſolche
eröffnet und hat beſtanden bis zum letzten
Arbeiter ſelbſtverſtändlich aufhörte. H.
Goehrs hat ſich an dieſem Werke mit
großem Intereſſe beteiligt und hätte ſpäter
auch gerne eine Arbeiterkolonie im Elſaß
gründen helfen; aber dieſer Plan, der
anfangs der 80er Jahre ernſtlich ins
Auge gefaßt worden war, mußte wieder
aufgegeben werden. Die Herberge ſelbſt
iſt nun in dieſem Jahre umgewandelt
mit einer beſonderen Abteilung für Schüler,
die die Straßburger Schulen beſuchen und
hier Wohnung und Verpflegung unter
gehöriger Aufſicht haben können. Das
müßt Ihr Euch merken, lieber Vetter,
wenn Ihr unter Euern Bekannten von
einem Schüler hört, der nach Straßburg
in die Schule ſoll und für den man eine
gute Unterkunft ſucht.
Im Jahre 1877 trat Goehrs in das
Comité der Evangeliſchen Geſellſchaft ein,
welche bald der Mittelpunkt ſeiner Tätig⸗
keit wurde. Die Evangeliſche Geſellſchaft
entſtand aus den gläubigen Kreiſen Straß⸗
burgs, um in einer ziemlich glaubensloſen
Zeit Reichsgottesarbeit in unſerer Stadt zu
treiben und reine Verkündigung des Wortes
Gottes zu fördern, hatte ihren Mittelpunkt
in der Kapelle der Knoblochgaſſe, wo ſie
an Sonn⸗ und Werktagen Bibelſtunden
und Gebetsverſammlungen abhielt. Zur
Verbreitung chriſtlicher Schriften hatte ſie
auch, mit engliſcher Hilfe, ein Traktat⸗
depot eingerichtet, welches ſchon ſeit 1817.
exiſtierte und ſpäter, wie wir noch ſehen
ſo verdächtig ſcheinenden Stromer gehabt werden, zu einer förmlichen Buchhandlung
und als einige Jahre vor dem Kriege
umgeſtaltet wurde. In den 70er Jahren
bei der Verſammlung des deutſchen Vereins wurde ſie aber vor neue Aufgaben geſtellt.
machte gegen den Redner eine Fauſt und
chriſtliche Herberge für die Wandergeſellen
im Jahre 1874 in der Freiburgergaſſe
Kriege, wo dann der Zuzug der fremden
worden in ein Koſthaus für junge Leute,
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