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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/gute_bote_1921/0051
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aufgegeben werden mußte und wo man
in Beſangon einen Erſatz fand) hat die
Stadt Straßburg die Unkoſten über⸗
nommen; alles andere aber mußte mit
freiwilligen Gaben gedeckt werden, und
wunderbarer weiſe ſind dieſelben in großem
Maße zugefloſſen, denn das Werk hat
im Publikum großen Anklang gefunden.
Und ſo iſt es möglich geworden, jedes
Jahr für über 800 Kinder zu ſorgen, ſie
aus den engen Wohnungen der Stadt
in geſunde Waldluft zu verſetzen, oder
ihnen zu einer heilbringenden Kur zu

verhelfen. Das verdanken tauſende von

Straßburger Kindern unſerm H. Goehrs
und ſeinen Freunden und Gehilfen.
Auf einem andern Gebiete hat H. Goehrs
ebenſo ſegensreich gewirkt, als Mitglied
der Straßburger Armenverwaltung in
den Jahren 1888 bis 1898. Auch dort
hat er, beſonders als er Vizepräſident
derſelben wurde, eine ſchöpferiſche Tätig⸗
keit entwickelt. Es galt eine althergebrachte
Routine zu beſeitigen und das ganze
Armenweſen in neue Bahnen zu leiten.
Er hat es zuſtande gebracht, daß der
Gemeinderat zum erſtenmal für die Be⸗
dürfniſſe der Armenverwaltung einen jähe⸗
lichen Zuſchuß bewilligte, der ſeitdem
immer in die Höhe gegangen iſt, da das
Verſtändnis für die ſozialen Aufgaben
der Stadt auch immer lebendiger wurde.
Die Bemühungen von H. Goehrs ſind
nach ihm vom Beigeordneten v. d. Goltz
weiter geführt worden, und haben dann
ihren Höhepunkt erreicht, als Dr Schwander
von Colmar in die Verwaltung eintrat,
zuerſt als Generalſekretär der Armen⸗
verwaltung, dann als Beigeordneter und
ſchließlich als Bürgermeiſter unſerer Stadt;
er hat mit ſeiner großen Sachkenntnis
und ſeinem Geſchäftstalent eine voll⸗
ſtändige Erneuerung des ganzen Armen⸗
weſens durchgeführt, zu welcher H. Goehrs
den erſten Anſtoß gegeben hatte. Beſonders
hat ſich dieſer um Herſtellung von Volks⸗
wohnungen bemüht, wohl erkennend, daß
es vor allen Dingen dringend notwendig
ſei, der Arbeiterbevölkerung geſunde, luf⸗
tige und ſaubere Wohnungen anbieten

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zu können. Unter ſeiner Leitung ſind aus
den Mitteln der Armenverwaltung in der
Hohwaldſtraße zuerſt 9 Häuſer mit 112
Wohnungen, und ſpäter in derſelben Straße
3 Häuſer mit 24 Wohnungen für kinder⸗
reiche Familien erbaut worden. Das
war ihm aber noch nicht genug. Mit
einigen Freunden hat er im Jahre 1892
eine gemeinnützige Geſellſchaft für Volks⸗
wohnungen ins Leben gerufen, welche
ſich zur Aufgabe ſtellte, an verſchiedenen
Punkten der Stadt Häuſer für Arbeiter⸗
familien bauen zu laſſen, und ſo ſind im.
Laufe der Zeit an 6 Punkten der Stadt,
zuletzt noch während des Krieges vor dem
Spitaltore, 6 Häuſergruppen gebaut
worden, mit beinahe 300 Wohnungen, die
ſehr geſucht und geſchätzt werden.

Unter den vielen andern Werken, an
denen unſer Freund ſich beteiligte, will
ich noch eines erwähnen, das ſind die
Kinderhorte, eine Einrichtung, welche
die Kinder nach der Schule, alſo von
4—7 Uhr abends verſammelt, um ſie
von der Straße zu entfernen, beſonders
da wo die Mutter auf Arbeit fortgehen
muß, damit ihre Kinder nicht ſich ſelbſt
überlaſſen ſeien und unter Beaufſichtigung
ihre Schularbeiten machen und nachher
zu ordentlichen Spielen angeleitet werden.
In der Kriegszeit, wo die meiſten Mütter
den ganzen Tag einem Verdienſte nach⸗
gehen mußten, ſind dieſe Horte in Tages⸗
horte umgewandelt worden, in welchen
die Kinder den ganzen Tag zubringen
konnten und dort auch geſpeiſt wurden.

Herr Goehrs ſtand auch in regem
Verkehr mit den Freunden der Inneren
Miſſion in Baden, Württemberg und der
Pfalz, wohnte den Sitzungen der ſüdweſt⸗
deutſchen Konferenz für Innere Miſſion
bei, und auch den Kongreſſen für Innere
Miſſion, die jedes Jahr abgehalten
wurden. Ich erinnere, daß im Jahre 1887
dieſer Kongreß in Straßburg ſtattfand,
und daß wir auf demſelben Predigten
von M. Reichard aus Poſen, Pfr. Ritter
aus Zürich und Stöcker aus Berlin gehört
haben.


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