Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., E 5119-6
Colombo, Cristoforo; Haebler, Konrad [Hrsg.]
Drucke und Holzschnitte des 15. und 16. Jahrhunderts in getreuer Nachbildung (Band 6: Der deutsche Kolumbus-Brief : In Facsimile-Druck herausgegeben mit einer Einleitung von Konrad Häbler.)
1900
Seite: 10
(PDF, 6 MB)
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  (z. B.: IV, 145, xii)



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— lO —

bliothek des Colegio mayor von Cuenca noch eine spanische
Abschrift, der man anfänglich eine besondere Bedeutung
beizumessen geneigt war, weil hier ein spanischer
Text dem Adressaten den Namen Gabriel Sanchez beilegte.
Genauere Untersuchungen haben aber ergeben, dass dies
nicht eine spanische Original-Version, sondern vielmehr
eine spanische Rückübersetzung nach dem Lateinischen
des Cosco darstellt.

Dagegen wurde i. J. 1889 thatsächlich ein zweiter
Druck des spanischen Briefes ebenso zufällig, wie der
erste, aufgefunden. Die Pariser Antiquariatsfirma Maison-
neuve hatte einen grösseren Posten theils handschriftlicher,
theils gedruckter Akten erworben, und bei deren Ordnung
fand sich mit Urkunden aus den ersten Jahren des 16.
Jahrhunderts zusammengeheftet, ein Druck des spanischen
Kolumbus-Briefes auf 4 Folioseiten. Der Text stimmt bis
auf kleine Abweichungen, wie sie in alten Flugblättern
stets zu finden sind, mit demjenigen der Ambrosianischen
Bibliothek überein; als Druck ist es ein durchaus selbstständiges
Stück, so dass der Verdacht einer Fälschung
nach dem Mailänder Originale gänzlich ausgeschlossen ist.

Begreiflicher Weise fehlen auch diesem Flugblatt die
Angaben über das Wann und Wo seiner Entstehung; es
kann aber als ausgemacht gelten, dass der Druck in Barcelona
, wohl während Kolumbus in dieser Stadt vor Ferdinand
und Isabella erschien, hergestellt wurde und zwar
in der Druckerei eines katalonischen Presbyters, Namens
Pere Posa, der einer der rührigsten Typographen jener
Stadt gewesen ist.

Das Original dieses Druckes, von dem eine meisterhaft
hergestellte Facsimile-Ausgabe durch Maisonneuve in den
Handel gebracht worden ist, wanderte zunächst in die
Hände von Bernard Quaritch in London, und ist dann
für den enormen Preis von 1750 L. st. (= 35ooo Mark)
von der Lenox Library in New-York erworben worben.

Schon diese Entdeckungen hatten bewiesen, dass der


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