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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/heer1855-1/0058
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Cupreasineen.

Schuppen bestehen, die ganz glatt gewesen zu sein scheinen. Die weibliehen jungen Zäpfchen sind grösser und haben
wohl eine Länge von 3'/2 Linien; die Einkerbungen am Rande der Schuppen sind kaum angedeutet (cf. Fig. 3).

Die ausgereiften Zapfen sind kurz oval, fast kuglicht, an beiden Enden ganz stumpf zugerundet. Sie haben eine
Länge von 9V2 Linien und eine Breite von 7 Linien. Der Stiel, an dem sie befestiget sind, ist mit kurzen, schuppen-
förmigen Blättchen dicht bekleidet. Die Zapfenschuppen (cf. Fig. 4 b., wo ein Zapfen in zweimaliger Vergrößerung dargestellt
ist) sind gross, am Grunde verschmälert, auswärts in eine halbkreisförmige Scheibe verbreitert; eine bogenförmige
Kante trennt diese, ausgebreitete Partie von der untern. Der Vorderrand ist gekerbt und zwar erkennt man bald 6, bald 7
und bald auch 8 solcher Kerbzähne. Von jeder Einkerbung geht eine Längsfurche aus, die über den Rücken der Schuppe
verläuft, wodurch wir eine mehrfurchige Schuppe erhalten. Haken dagegen, welche auf dem Rücken der Schuppen des
Glyptostrobus heterophyllus stehen, sehe ich keine. Was man dafür genommen hat (cf. Fig. 4 b.), sind seitlich vorstehende
Schuppen. An der Stelle des Hakens ist nur die schwach hervortretende Kante. Am Grunde jeder Schlippe
scheinen zwei Eindrücke zu sein, die von den Höhlungen herrühren, welche die Samen aufnehmen.

Die Samen (cf. Taf. XIX. Fig. 6, und Taf. XX. Fig. 1 e. und vergrössert Fig. 1 f.) sind oval, linsenförmig, 2 Linien
lang und lVs Linien breit. Sie scheinen auf einer Seite einen schmalen Hautrand zu haben.

6. Glyptostrobus Ungeri m. Taf. XVIII. Taf. XXI. Fig. 1.

G. foliis basi deeurrenlibus, medio dorso costatis, squamaeformihus in ramulis nonnullis vero lineari-
bus patentibus, distichis, strobilis breviter ovalibus, squamis apice integriusculis, dorso longitudinaliter
sulcatis.

Heer in Bogels Gartenflora Taf. 65. Fig. 2.
• Glyptostrobus oeningensis Uuger iconographia plant, foss. S. 21. Taf. XI. 1-3. Gener. et spec. pl. foss. S. 351.

Diese Art hatte ebenfalls eine grosse Verbreitung, da sie indessen mit der vorigen vermengt wurde,
kann diese erst nach einer neuen Prüfung der Exemplare ermittelt werden. In Oeningen kommt sie nicht
vor. Sehr häufig dagegen findet sie sich in den Mergeln des hohen Rhonen, woselbst ich grosse beblätterte
Aeste, Blüthen und Fruchtzapfen gefunden habe. Da diess die häufigste Cypresse dieser Lokalität ist, gehören
die Cypressenstämme, die man dort findet, wahrscheinlich dieser Art an. Sie kommt ferner vor in
den Mergeln von MoÄod, Gemeinde Rivaz, Canton Waadt.

Unterscheidet sich von Glyptostrobus oeningensis, erstens durch die Blätter, indem diese hier mit einer Längskante
am Rücken versehen sind und ferner zweierlei Blattformen vorkommen; zweitens durch die Zapfensehuppen, welche aussen
ganzrandig sind. Unger gibt als Unterschied seines Glypt. oeningensis von dem Glypt europaeus Brongn. an, dass bei
letzterem die Zapfenschuppen am Vorderrande eingekerbt, bei ersterem dagegen ganzrandig seien. Allein bei allen Oeninger-
zapfen sind die Schuppen ganz entschieden eingekerbt, während bei den des hohen Rhonen und von Monod nicht Die
letzteren gehören daher zu Ungers Art, die aber, wie bemerkt, von der Oeninger verschieden ist.

Es muss diess ein grosser, ansehnlicher Baum gewesen sein, wenn wenigstens die Holzstämme, welche am hohen
Rhonen einen wesentlichen Antheil an der Braunkohlenbildung nehmen, dieser Art angehören. An einzelnen Stellen
konnte ich von dem Flötze aus die Adern bis ins Dach verfolgen, wo an einer Stelle ein armsdicker Cypressenast zum
Vorschein kam; an andern noch dickere, zum Theil ganz knorrige Holzstücke. Aus den Abdrücken, welche die Rinden
im Mergel hervorgebracht haben, sehen wir, dass diese Rinden dicht mit verworrenen Längsstreifen versehen waren.
Stellenweise waren die Stämme knorrig und hier sind die Streifen wellenförmig gebogen. Die Jahrringe sind sehr dicht
gestellt" und schmal.

Die Aeste sind hier ebenfalls dicht gestellt, die oberen Zweige sehr lang und dünn und viele in sehr spitzigen Winkeln
auseinander laufend. Der Baum wird daher dieselbe Tracht gehabt haben, wie der Glyptostrobus europaeus. Die
mehrjährigen Aeste sind ebenfalls dicht mit schuppenförmigen Blättern bekleidet, die am Grunde des Triebes sind kurz,
elliptisch, dann werden sie aber schnell länger, lanzettlich und fast linienförmig; wo aber ein neuer Trieb angesetzt, beginnt
dieser wieder mit kürzern und daher dichter stehenden Blättern (cf. Taf. XVIII, Fig. 9). Bei diesen Blättern sieht
man deutlich eine erhabene Mittelrippe. Die Blattspitze ist durch diese verdickt, gegen die Blattbasis zu wird diese Rippe
alimälig flacher, ja in manchen Fällen geht sie in eine Furche über. An den jungen Zweigen ist diese Mittehippe (welche
dem Glyptostrobus heterophyllus Br. fehlt) häufig ebenfalls noch zu sehen (cf. Fig. 17), häufig freilich anch gam verwischt
Wie bei der vorigen Art sind die Blätter an den jungem Zweigen kürzer und dichter gestellt; sie sind lanzettlich und
vorn zugespitzt. Sie sind alternirend. Neben Zweigen mit schuppen förmig an dieselben angedruckten Blättern kommen
andere, auch einjährige vor, bei welchen die Blätter linienförmig sind und in einem spitzen hm halbrechten Winkel vom


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