http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/hug1797a/0036
( 36 )
gehen, eine ſtatthafte Ausſage vor dem Richterſtuhle der
Kritik zumeſſen, wenn der eine oder andere Theil ſein
Buch aν .απ οααοον nennet?
Waren es zwey uranfaͤnglich verſchiedene Werke, ſo
iſt das eine derſelben ein ſicherer Beweis, daß die uͤber⸗
triebene Anhaͤnglichkeit an das Judenthum und der
Sektirgeiſt die eine Parthey verleitet hat, ſich ſelber ein
Buch nach ſeinen Vorurtheilen und Meynungen zuſam⸗
menzuſetzen, oder irgend einen vorhandenen hebraͤiſchen
Aufſatz der ihren Geſinnungen am angemeſſenſten war,
eigenmaͤchtig zum Erkenntnißgrunde der Religion auszu⸗
mitteln. Vom einen Theile iſt es unwiderſprechlich wahr;
werden aber nicht beyde von der Geſchichte des naͤmli⸗
chen juͤdiſchen Fanatismus angeklagt, waren nach ihren
Anſchuldigungen zu demſelben Unternehmen nicht beyde
gleichgeſtimmt und zu Gunſten ihrer juͤdiſchen Geſin⸗
nungen und Behauptungen dazu veranlaßt, und wegen
den in den aͤchten Evangelien befindlichen Aeußerungen
Jeſu uͤber den Sabbath und andere juͤdiſche Gebraͤuche,
die ſie beobachtet wiſſen wollten, dazu genoͤthigt, wo
ſie anders mit ihren Buͤchern und Geſinnungen und mit
ſich ſelber einig ſeyn wollten? Und was war ſodann
natuͤrlicher, als daß ſie durch eine namhafte Authoritaͤt
ihre Schriften und Meynungen ſchuͤtzen wollten, und
jene dem Matthaͤus oder gar allen Apoſteln zuſchrieben?
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/hug1797a/0036