Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., L 547
Hug, Johann L.
Einleitung in die Bücher des neuen Testaments: 1. Heft
Basel
Seite: 39
(PDF, 40 MB)
Bibliographische Information
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Freiburg und der Oberrhein

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und zwanzig Jahre, vielfaͤltige Reiſen in kritiſcher Hin⸗
ſicht, zog viele ungebrauchte und vergeſſene Manuſeripte
aus ihrem Dunkel, in dem ſie wahrſcheinlich zu Grunde
gegangen ſeyn wuͤrden, hervor, um fuͤr die Verbeſſerung
des bibliſchen Textes nichts unverſucht zu laßen. Seine
Wanderungen giengen durch Palaͤſtina und Syrien, und
zu Tyrus bearbeitete er ſeinen kritiſchen Apparat. Un⸗
geachtet dieſer muͤhſamen abſichtlichen Nachforſchungen,
die dieſer ſachkundige Mann anſtellte, entdeckte er nirgend
etwas von einem ſolchen Originale des Matthaͤus.
Pamphilus, ein Phoͤnizier aus Barut, als Maͤrty⸗
rer, als Lehrer des Euſeb, und wegen ſeinen bibliſchen
Kenntniſſen als Gelehrter beruͤhmt, errichtete fuͤr die
Kirche zu Caͤſarea eine unter den Alten berufene Biblio⸗
thek, wozu er ſich mit großer Sorgfalt von allen Seiten
her nach Buͤchern umſah. Der daſelbſt in Anſehung der
bibliſchen Litteratur bereitliegende Schatz zog auch den
Hieronymus an, der ihn vortheilhaft benutzte. Aber
auch fuͤr dieſe Sammlung hatte Pamphilus kein hebraͤi⸗
ſches Exemplar des Matthaͤus aufgebracht; es war nur
das nazoraͤiſche Buch, was er aufſtellen konnte, welches
Hieronymus, der es uͤberſetzte, hier eingeſehen hat *).
So fruchtlos waren die Bemuͤhungen des Alterthumes,
den vorgeblichen Urtext des Evangeliſten anſichtig zu
werden, daß ſeine Exiſtenz ein Geruͤchte und er nirgends
vorhanden geweſen zu ſeyn ſcheinet.

*) Hieronym de Script. eccleſ. V. Pamphyl. und V. Matth.
wie auch L. III. adv. Pelag. In Evangelio juxta Hebraeos
Quo utuntur uſque hodie Nazareni Quod in Caeſa-
reenſi Bibliotheca habetur, &c. ”


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