Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., L 547
Hug, Johann L.
Einleitung in die Bücher des neuen Testaments: 1. Heft
Basel
Seite: 69
(PDF, 40 MB)
Bibliographische Information
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Freiburg und der Oberrhein

  (z. B.: IV, 145, xii)



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(69 )

man das von der Natur und Kunſt ausgeſteckte Ziel des
Forſchens uͤbertritt, und ſeine Unterſuchungen uͤber ihre
Grenzſteine hinaustragen will?
Wie muͤßte man es aufnehmen, wenn man bey Pro⸗
fanſeribenten ſo verfuͤhre? Wenn man die Vermuthung
aufſtellen wollte, Renophon habe die Denkwuͤrdigkeiten
des Sokrates irgendwo vorgefunden, und habe etwa das
Verdienſt der Einkleidung daran, oder er habe ſie aus
fragmentariſchen Rollen und zerſtreuten Nachrichten zu⸗
ſammengeſetzt? Er war ein Schuͤler dieſes beruͤhmten
Lehrers, den Sokrates „wie Jeſus den Matthaͤus, an⸗
traf und mit ſich verband. Von der Zeit an war er ein
Augenzeuge ſeiner Verrichtungen, ſein Zuhoͤrer, Be—
gleiter und Freund. Wenn er nun die Lebensumſtaͤnde
dieſes Lehrers von dieſer Epoche an aufzeichnet, ſo muͤßen
wir ſeine Sinne oder ſeinen Verſtand und ſeine Aufrich⸗
tigkeit wegdenken, um mit Fug ſeine Erzehlungen auf
eine anderwaͤrtige Beglaͤubigung zuruͤckzufuͤhren. War er
auch nicht bey jeder einzelnen Thatſache mit zugegen, ſo
war er an der Quelle, wo ihm von Mitſchuͤlern und
Freunden ſichere Belehrung zu Gebote ſtand, und wir
der Zuflucht zu fremden Blaͤttern uͤberhoben ſind.
So war Matthaͤus bey vielen Verrichtungen ſelbſt
gegenwaͤrtig, ein Zuhoͤrer ſeiner Lehrvortraͤge, oft eine
mitverwickelte und mitwuͤrkende Perſon und ein Freund
ſeines Meiſters. Er hatte noch uͤberdas die beſondere
Beſtimmung nach dem Hintritte deſſelben ſeine Endzwecke
zu verfolgen und ſeine Lehre fortzupflanzen, und mit den
uͤbrigen eilf Auserwaͤhlten, die immer um den Herrn
waren, gemeinſchaftlich zu wuͤrken.


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