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litaͤt zu und an Geiſtigkeit abnahmen, ſo daß ſie mit
dem Einigen, Ewigen nur noch in geringer mittelbarer
Verbindung waren; aber wegen der zunehmenden Rohheit
des Stoffes auf die Materie als Bildner einwuͤrken konnten.
Eine Subſtanz der letzten Ordnung war der Welt⸗
ſchoͤpfer, der den reingeiſtigen Ewigen gar nicht kannte *);
daher aber auch die Unvollkommenheit der Schoͤpfung
und das Boͤſe — Ein Problem, deſſen Aufloͤſung die
verſchiedenſten Theorien erzeugt hat, in denen ſich die
Philoſophen dieſer und der vorigen Zeiten hervorthaten.
Als Philoſoph fand er Schwierigkeit, die Geburt
Jeſu von einer Jungfrau zuzugeben, und behauptete,
Jeſus ſey nach den gewoͤhnlichen Geſetzen der Natur
gleich den uͤbrigen Menſchen erzeugt und gebohren; aber
an Weisheit und Edelmuth auch als Menſch uͤber alle
erhaben.
um aber doch auf der andern Seite, was ſeine
Thaten ſo deutlich bewieſen, etwas von hoͤherem Ur⸗
ſprunge an Jeſu einzugeſtehn, gab er vor, eine dieſer
geiſtigen Naturen, naͤmlich der Chriſt, habe ſich in der
Taufe unter dem Bilde der Taube mit ihm vereinigt.
Er habe deßwegen von dieſer Zeit an uͤbermenſchliche
Dinge und Wuͤrkungen hoͤherer Kraͤfte zu Stande ge⸗
bracht, und hierauf auch den ewigen wahren Gott, der
*) Iren. L. III. C. 1I. Eam Conditionem, „ quæ eſt ſecun
dum nos, non à primo Deo factam, ſed à Virtute aliqua valde
deorſum ſubjecta, & abſciſſa ab eorum Communicatione, quæ
ſunt inviſibilia & innominabilia. L. I. C. 26. A Virtute qua-
dam valde ſeparata G& ignorante eum, qui eſt ſuper omnia,
Deum.
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