http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/hug1797a/0181
181 )
perſoͤnlichen, ſondern auch nach den Zeitverhiltiſen
dieſelben Menſchen.
Nun fragt ſich: Kann Schealtiel ein Sohn des
Koͤniges Jechonja ſeyn, wie er es bey Matthaͤus iſt,
und ein Sohn des Neri und Melchi, wie er bey Lukas
erſcheint?
Jechonja war nicht ſo gluͤcklich „ Kinder zu beſtzen.
Jechonja oder Jojachin ( bekanntlich die naͤmliche Per⸗
ſon II Koͤnige XXIV. 6. f. I Chron. III. 16.)
wurde gefangen nach Babel gefuͤhrt, und hatte damals
noch keine Kinder. Das zweyte Buch der Koͤnige XXIV.
15, welches ſeine Familie rezenſirt, nennet uns nur die
Mutter des Koͤniges, die Weiber des Koͤniges und ſeine
Verſchnittenen.
Inn dem Exil machte ihm ſeine koͤnigliche Wuͤrde
ſein Schickſal bitterer als jedem gemeinen Juden. Dieſer
genoß wenigſtens als Pflanzer und Arbeiter eine gewiſſe
Freyheit; aber der⸗ Koris wurde, ich Kerler bewacht.
Fahug nach ſeiner Weg⸗
fuͤhrung, wo⸗ vil Mi⸗ rodach ihn die Feſſeln abnahm /
ihn kleidete und an ſeinen Tiſc zog, I Koͤn. XXV. 27.
Als er nach Babel wanderte, war er 18 und folglich
bey ſeiner Erloͤſung vom Gefaͤngniſſe 55 Jahre alt, wo
Vle Ausſicht auf Kinder bey einem ſb rergedrcin
und vernichteten Menſchen aufhoͤrt. Es iſt auch eines
unter den Orakeln des Jeremia XXII. z0. in dem ihnm
das Gluͤck eigener Nachkommen abgeſprochen wird.
Wenn er alſo Kinder hatte, ſo hatte er ſie aus eiuer
Pflichtehe. Jn dieſem Falle kann Schealtiel ein Sohn
Jechonja ſeyn, der er bey Matthaͤns iſt, und ein Sobn
Melchi und Reri, wie bey Lukas.
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/hug1797a/0181