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Auswuchse, zur Welt brachte, was man Priapos nannte. ¹) Obschon die Göt-
tin an diesem Sohne kein Gefallen hatte, so gefiel er doch in Lampsakos, von
woher er auch in andere Länder abgeholt wurde, und vielen Stoff zum 2wey-
deutigen und noch mehr zum schmutzigen Scherze gab.
Seine Geschlechtsableitung weiset uns offenbar das Vaterland nach,
er entsprungen ist, das Land wo man den Adonis verehrte. Wenn uns nun
andere belehren wollen, er sey ein Sohn des Dionysos, ²) so liegt zwar kein
Widerspruch gegen die angeführte Erzählung darin; Osiris, Dionysos und Ado
nis sind unter verschiedenen Namen dieselbe Gottheit: nur bleibt dieser Bericht
zu sehr im Allgemeinen stehen, und vernachlässigt die vermittelnde Vorstellung,
welche den Uebergang von einem zum andern vorbereitete. Es ist natürlich,
daſs Dionysos vorerst zu einem Gartengotte, zum Adonis geworden sey, be-
vor dieser neue Gartengott, der Priapos, daraus entstehen konnte. Die vor⸗
getragene Erzählung gewährt uns diese Befriedigung „ und legt uns die Stufen-
ſolge der Verwandlungen dar, wie eines aus "dem andern hervorgegangen ist,
und zeigt uns den Völkerverkehr an, durch welchen der spaſshafte Gott am
Hellesponte ins Daseyn geruſen wurde.
in dem
Aidoneys, Aides, oder Pluto.
Adonis hatte zu Byblos und Amathunt den Bart und Ernst des Osiris un-
ter Menschen einer weichern Einbildungskraft von sich gelegt, und ward, ähn-
lich der Jahreszeit, der er hier vorstand, zum lieblichen Gotte, um den sich
die Schönen der Unsterblichen stritten. Früher als dieses geschehen ist, kannten
die Hellenen einen Adonis, den sie Aidoneys, Aides und Ades nannten.
Auch er war nichts weiter als der ögyptische Osiris, welcher in irgend einem
andern Theile Phönikiens, nach der Landes- und Sinnesart der Anwohner
entstellt, nach Attika gebracht wurde.
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2) Schol. in Apollon. Rhod. L. I. v. 932. Mervο sααα ιοα A οαarn een, ar„² gan ævναααουανοαο
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2) Pausan. L. IX. c. 31. n. 2. Athenaei Dipnos. L, I. c. 24. n. 55.
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