Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., F 3612,a
Hug, Johann L.
Untersuchungen über den Mythos der berühmtern Völker der alten Welt vorzüglich der Griechen: dessen Entstehen, Veränderungen und Innhalt
Freiburg im Breisgau, 1812
Seite: 103
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Freiburg und der Oberrhein

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Es sollte Nephthys statt Nestis heiſsen; denn es giebt sonst keine Göttin ähnli-
chen Namens, keine sonst, welche die Gemahlin des niederweltlichen Königs
war, als Nephthys, die beym Hinabsteigen des Osiris in das Niederreich mit
ihm verbunden wurde. Sie allein kann gemeint, und sie allein kann es seyn,
welche in ihrer Sprache die Phönikier, und nach ihnen die Griechen gemeinig-
lich Persephone nannten. ¹)
Sie war die ägyptische Aphrodite; 2) aber ihrem Charakter gemäſs die Aphro-
dite der Finsterniſs, welche in Aegypten Tempel hatte. 3) Dasselbe drückt, wie
wir wissen, der Name Persephonens aus, nämlich Tochter der Finsterniſs.
Diese Nephthys oder finstere Aphrodite ward auch Athor genannt, das ist
Nacht, welche Benennung der dritte ägyptische Monat nach dem Sommersolsti-
tium hatte; 4) jener nämlich, der dem Himmelszeichen der Jungfrau entspricht,
mit dessen Niedergange die Nachtgleichung geschieht. Ich habe gesagt, die
Nachtgleichung: denn das Zeichen, mit dessen kosmischem Aufgange die Früh-
lingsgleichung eintritt, nannten sie Pöoini, Licht- oder Tagesgleichung, weil da-
mit die Sonne den Uebergang in die Oberwelt machet, und mit jedem Tage
mehr leuchtet; das entgegengesetzte hieſs Athor, das ist Nacht, oder Nachtglei-
chung: weil, wenn es mit Sonnenuntergang ganz unter den Horizon fällt, die
Sonne sodann bey uns weichet, unsere Nächte verlangert, in der Tiele die Tãge
vergröſsert. 5)

¹) Nach einer andern Stelle des Empedokles war Nestis die Beherrscherin eines Licht-
körpers, wie Nephthys, die des Mondes waltet, wenn er sich dem nächtli-
chen Horizon entzieht: za 3on ra crα tαομ ave vie riöα æry, raαρα * Matres. Aristot.
de Anima. L. 1. c, 5. L
2) Plutarch, wo er von den fünf Zusatztägen spricht, sagt: z; ι aτα Neν, z, ο re-
Mταπ αμο Agομτιν — o„οενιtoον.. Was Plutarch an dieser Stelle Nepoey und Apgolhra nen-
net, ist bey Diodor geradezu Aessers. Plut. IS. Os. c. XII. p. 116. 117. Diod, L. I.
c. 13. P. 17. B
3) Hesych. ouoriæ — – deedirye noriæe neer uar auvuxrrov.
4) Orion in Etymol. mag. V. Adog — u μυ aceedrm aνινοι αποααιι 4 0g, —οα ene res
Terov To æroν erov;t/ο Tτν. zeroinuαα oͤvrag Neꝑev. Einig ge andere Gründe kann man se-
hen bey Jablonsky, Panth. Aegypft. L. I. c. 1: 3. 4.
5) Der Monat der Frühlingsgleichung, den die Griechen nach ihrer Art zarn nannten,
ist ägyptisch Rodandi „ was sieh dort weiter hestätigen wird, wo wir von diesem


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