Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., F 3612,a
Hug, Johann L.
Untersuchungen über den Mythos der berühmtern Völker der alten Welt vorzüglich der Griechen: dessen Entstehen, Veränderungen und Innhalt
Freiburg im Breisgau, 1812
Seite: 136
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Freiburg und der Oberrhein

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schen Vogel nennet; ¹) und daſs er auch nicht immer an der Himmelskugel ge-
wesen ist, belehret uns eine mythische Erzählung von dem Sternenbilde, welehe
uns die Nachricht ertheilt, der Vogel sey einmal weiſs gewesen, und sey wegen
einem Versehen an Apollo erst schwarz geworden. 2) Ist nun Apollo bey sei-
ner Verwandlung in den Raben übergangen, so haben wir ihn wieder an der
griechischen Himmelskugel; hat er sich hinter einen Geier verborgen, welches
seine eigenthümliche Thiergestalt in Aegypten war, so haben wir ihn unter dieser
Gestalt an der ägyptischen Himmelskugel zu erwarten.
Ich hätte Lust, das ganze Sternenbild, wovon der Rabe, oder Geier, nur
einen Theil ausmacht, im Vorübergehen zu behandeln, wenn man mir diese
Ausschweifung zu gut halten wollte. Die Alten rechnen die Schlange und den
Becher noch dazu: wagen wir einmal den Versuch. Es ist eine Wasserschlange,
odoæ, derer Kopf unter dem heilgen Zeichen des Krebses liegt, und die sich in
ihren Krümmungen unmittelbar unter den zwey folgenden Zeichen, jenem des
Löwen und der Jungfrau hinbreite, und an den Füſsen des jungſräulichen Bil-
des endet. Drey Windungen sinc daran sichtbar und mit Sternen bezeichnet;
über der zweyten Windung, unter dem Ende des Löwen, ist ein Wassergeſãaiſs
aufgestellt; über der dritten sitzt den Rabe oder Geier, unten am Zeichen der
Jungfrau gegen die Mitte desselben „ 1einer Stellung, als hackte er den Schna-
bel in die Hydra ein. 3) Von welchm Gegenstande ist wohl die Hydra das
Zeichen, oder das Schrifibild? Von deser Frage wird vorzüglich die Deutung
des ganzen Sternengemaldes abhangen. Die Aegyptier, sagt Theon 4 behaupten
mit überzeugenden Gründen, das Thier telle den Nil vor. In meinen Augen

ist zum wenigsten nichts so geschickt, dh Windungen und Krümmungen eines

Strohmes anschaulich zu machen, als die Bewegungen der Schlange. So er-



1). Hygin. Astr. Ppoet, ec. XXVIII. Mereurium faern esse Tbin,

Apollinem autem quae
Threicia avis vocatur. ent A.

2) Hygin. I. c. c. XEL. Quod cum videret corvu „bollini nunciasse: qui cum fuerĩt

antea candidus, pro incommodo nuncio eun nigum fecisse. Dieser Mythos ist
weitschĩchtig behandelt von Pindar, Pyth. II. und seinen Scholiasten, welche zu
7

v. 48,. gleichfalls bezeugen: 7o Axtαπαανα ανnτ. αναααιια rou α. Sarxius, in Aeneid
L. VII. 762. Anionin. Liberal. Transf. XX.

3) Arat. Phaen. 443 — 500. Eratosthen.- Catast. 41. und die anderm.

4


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