Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., F 3612,a
Hug, Johann L.
Untersuchungen über den Mythos der berühmtern Völker der alten Welt vorzüglich der Griechen: dessen Entstehen, Veränderungen und Innhalt
Freiburg im Breisgau, 1812
Seite: 142
(PDF, 63 MB)
Bibliographische Information
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seyn, da die Jahrszeit des Dionysos beym Steinbocke endet, und der Gott auf
seiner immerwährenden Flucht vor Typhon, seyd dem Sommersolstitium, hier
endlich sich verliert. Allein der Steinbock ist eigentlich das Bild des Pan,
unter welches er sich bey der Flucht der Götter barg. ¹) Wir sind aus dieser
Ursache zu genauern Nachforschungen hierüber veranlaſst.

Pan, sagt Herodot, wird von den Mendesiern den ersten acht Göttern
beygezählt, welche früher vorhanden gewesen sind, als dice zwölfe. Die Mahler
und Bildner zeichnen und meiſseln das Bild des Pan gleich den Griechen mit
einem Bocksgesichte und Bocksfüſsen; nicht weil sie glauben, daſs der Gott
würklich so, oder nicht den übrigen Göttern gleich sey. Warum sie ihn also
abbilden, sage ich nicht gerne. 2)
Nicht alle Schriftsteller waren so fromm oder so verschwiegen. Wenn die
Aegyptier, so werden wir von einer andern Seite belehrt, das Vermögen zum
Zeugunsgeschäfte darstellen wollen, so geschieht es durch einen Bock, 3) den
sie wegen des Geschlechtszeichens vergöttern, und in den Mysterien mit eige-
nen Bräuchen als die fruchtbare Naturkraſt verehren. 4) So war das Bild des
Pan beschaffen; dieses war seine Bedeutung. Als ihn Typhon verfolgte-, stürzte
er sieh in das Wasser, und daher bekar die Bocksgestalt, wie die Aegyptier
sagen, den Fischschweif, mit dem sie verstirnt ist. 5) Allein, was soll in
der Wintersonnewende, wo die Natur unfruchtbar und öde ist, das Symbol
der fruchtbaren Naturkraft? Eine begreiſfliche Frage, wenn vwir uns gerade
nicht erinnern, daſs die Nacktheit und Armuth, die damals auf unsern winter-
lichen Gefilden liegt, nicht auf Aegypten Ppalst; ; daſs das Land in allen Rei-
zen des Frühlinges glänzt, mit Blühten und Blumen geschmückt dem Fremden

2) Eratosth. Catast. 27. Hygin, astr. poet. 28. Nigidius apud schol. german. 285.
Theon. in Arat. 284. uæraατροορ de ss raaα T,ο Nævog' ctg Tae Tovroy lereßan 94,. nαααιααρ ksraæ lrav
αα εαtÄd⁊nãxX7gos vorey sατ το sHνςρννιει rαα vekeema; Tgoræ πασιαα°
2) Herodot. L. II. c. 46.
3) Horapoll. L. I. c. 48.
4 Diodor. L. I. c. 88. p. 9839.
⁵) Hygin. astr. poet. c. KKVIII. woher er Bey Sophokles Ajae. 695. rας ist. Vergl.
Suidas. V. ☛ aνν aeτο. Anthol. L. I. T. XXXVIII. Archiae epigr. 10. x 168. de Bosch.
Schaubach in Eratosth. catast. 27. P. 106.


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