Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., F 3612,a
Hug, Johann L.
Untersuchungen über den Mythos der berühmtern Völker der alten Welt vorzüglich der Griechen: dessen Entstehen, Veränderungen und Innhalt
Freiburg im Breisgau, 1812
Seite: 183
(PDF, 63 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/hug1812a/0193
— 183 —

Liebling des Phitha. ¹) Und würklich ist es im griechischen so; allein ein
kenntniſsreicher Ausleger des ägyptischen Textes dieser Innschrift, der in Er-
klärung derselben weit mehr geleistet hat, als durch den Druck bekannt ge-
worden ist, versichert unbedenklich, daſs für den Namen Hephästos im ägyp-
tischen gleichſalls das Wort Phtha gebraucht werde, wodurch das Vorgeben der
Griechen eine weitere Beurkundung und Bekräſtigung erhält. 2)
Anmahnungen auf sein Thun und Beginnen nach echtägyptischer Lehre
ſinden sich auch noch bey den Griechen in ihren ältern Zeiten. Als verbin-
dender Geist im Kampſe der Elemente schildert ihn eine griechische Sage, unter
der man zuweilen diesen Innhalt vermuthet hat, und die wir an einem andern
Orte nicht unbeachtet lassen wollen. Es ist die Vereinigung des Mars und
der Venus, welche er unversehens mit einem goldenen Drahtwerke überspann.
Die Fabel hat eigentlich die Verbindung des Ungleichartigen zum Gegenstande,
woraus sich als Erfolg der Einklang in der Schöpfung ergab. 3)
Eine andere Sage von einem herrlichen Schilde, mit welchem der uner-
reichte Sänger der Iliade seinen begünstigten Helden gewaſſnet hat, ist desfalls
sehr innhaltreich, und in der Darstellung nicht so dunkel, daſs man über den
Sinn des Kunstwerkes lange in Verlegenheit seyn konnte. Was uns darinn
irre machen möchte, ist der Umstand, daſs ihn der Dichter einem Menschen
in die Hände gab; aber doch ist es ein göttlicher Einfall, daſs er die alte
Erzählung in seinem Gedichte benutzte, welche ihm so vielen Glanz ertheilet,
und seinen Helden schmückte, daſs ihn keine menschliche Einbildungskraft
schöner schmücken konnte. Der Schild des Vulkan enthielt nichts geringeres,
als die ganze Schöpfung, Himmel, Erde und Meer, und den Okeanos, der
die Erde umkreiset; die Sonne, den Mond, die Pleiaden, Hyaden, den
Bären und Orion, und alle Wundergestalten „ mit denen der Himmel umgür-
tet ist. Auf der Erde aber die Menschen und all ihr Beginnen; zahme und

) Lin. 3. 4. .
2) Akerblad, lettre sur Pinscription Egyptienne de Rosette, addressé à Silvestre de
Sacy. Paris. 1802. P. 54. 55. Der Name des Gottes ist —†, S von ihm hiess
vielleicht Memphis AM&α- R-S†, Wohnort des Phftha, Wohnung der Gottheit
Gottesstadt.
3) Odyss, o. 267 — 306.


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