Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., F 3612,a
Hug, Johann L.
Untersuchungen über den Mythos der berühmtern Völker der alten Welt vorzüglich der Griechen: dessen Entstehen, Veränderungen und Innhalt
Freiburg im Breisgau, 1812
Seite: 191
(PDF, 63 MB)
Bibliographische Information
Startseite des Bandes
Freiburg und der Oberrhein

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/hug1812a/0201
verschlossen habe; ¹) und in einem dieser Gesänge ist der Urgebohrne, der
mit goldenem Gefieder strahlet, aus dem Ey gebohren. 2)

Mit den orphischen Vorstellungen verbindet Pausanias als übereinstimmend
jene des Pamphos oder seiner Lieder, welche er für den Stamm Lykomedi ver-
faſste, um sie in den geheimen heiligen Zusammenkünſten abzusingen; allein die
Religion gebot ihm hier Verschwiegenheit, und hielt ihn ab, die sämmtlichen
Ideen der Hymnen des Pamphos, derer Innhalt ihm wohl bekannt war, ans
Licht zu bringen. Er erlaubt sich nur daraus, und aus andern sehr alten Ge-
sängen die Volksmeynung zu widerlegen, nach welcher Amor für den jüngsten
der Götter galt, und zu beweisen, daſs er einer der allerersten und Urgötter
sey. 3) Dasselbe behauptete auch Plato aus dem Hesiodos, Parmenides und
Akusilaos, 4) und mehrere andere nach ihm. 5)

Diese Vorstellung vom Weltursprunge trennet sich von der ägyptischen vor-
züglich darinn, daſs sie den Eros mit dem Phtha vertauschte, und ihm die An-
näherung und Besänftigung der ungebundenen Elemente zudachte. Dem Ansehen
nach ist dieser Tausch in Syrien oder Phönikien vorgegangen, wo wir die Lehre
vom Weltey wieder finden, aus dem die Götter entsprossen sind, unter denen
man auch die syrische Huldgöttin insbesondere namhaft macht. 6) Deutlich aber

1) Plutarch. sym pos. problem. L. II. c. 3. asice Eovereg: Trρ οσεοα αια sο αιν hς oνυ dendoe
eoο 7 οον aτι—+ ιαι 7αραρςρον, αd ααππααπο aSνααοαναν ε Saα rαν ιaταν ον ταεαπονρααt . Ma-
crob. Saturn. L. VII. c. 16. Consule initiatos sacris Liberi Patris, in quibus hac
veneratione ovum colitur, ut —— mundi simulacrum vocetur. Achill. Tat. Isagoge
in Arat. phaen. c. 6. Petav. p. 130. αα d οσ½ο „ wortdes, 3 doSs evoτα Tr—α ine
uverigiæ rixouvτρα. Vergl. c. 4. p. 127.
2) Orph. hymn. V. 2. οιανι, Xgοσιααοια aαdοαποαει 7ειννροορα.
3) Pausan. L. IX. c. 27. n. 2.
4) Plato conviv. T. X. p. 177. Bip.-
5) Crantor. apud Diog. Laert. L. IV. c. 5. n. 6. Antagoras, epigr. 2. in Analect. L
Brunkii. T. I. p. 260.—Plutarch. amator. c. 13. T. XII. p. 24. Tub.
6) Arnob. adv. Gent L. I. p. 20. Lugd. 1651. Salmas. in Solin. p. 199. Ultraj. hat die
Stelle zuerst berichtigt: et ovorum progenies dii Syri. Hygin. Fab. CXCVII. In
Euphratem flumen de coelo ovum mirae magnitudinis cecidisse dicitur — super quo
columbae consederunt, et cxcalfactum exclusisse Venerem, quae postea dea Syria
est appellata. Nigid., apud schol. in Germanic. Arat, 240, wo die syrische Vorstel-


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/hug1812a/0201