Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., F 3612,a
Hug, Johann L.
Untersuchungen über den Mythos der berühmtern Völker der alten Welt vorzüglich der Griechen: dessen Entstehen, Veränderungen und Innhalt
Freiburg im Breisgau, 1812
Seite: 318
(PDF, 63 MB)
Bibliographische Information
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Freiburg und der Oberrhein

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ber sicherten ilinen eine Theilnahme an der Leitung der Volksangelegenheiten
und auch Herrscherrechte zu; wo man nun irgend von Weibern in Nordasien
hörte oder im angrenzenden Eyropa, die sich zur Herrschaft und Königswürde
erschwungen hatten, waren sie fortan Nachkommen der Amazonen. Die Künstler
gaben nun den Amazonen die skythischen Schilde und die Streitaxt in den Abbil-
dungen; die Schriſtsteller aber die skythische Art des Lebens und Krieges.
Sollte die Nachricht, die uns Herodot von den Bewohnern von Kolchis
mittheilet, nicht auch einiges Licht auf den Argonautenzug werfen? Wie konn-
ten die griechischen Helden auf den Gedanken verfallen, eine Farth, nach Kol-
chis zu verabreden? Ist vielleicht der Grund davon in den neuen Anwohnern
zu suchen, die sich mit Gelegenheit des asiatischen Zuges von Sesostris dort
niedergelassen haben? Sie waren um mehrere Zeugungen später aus dem Lande
ausgegangen, aus welchem die Vorfahren der Argonauten, und die Urheber
der hellenischen Versittlichung nach Griechenland gekommen waren; aus Acgyp-
ten, und Aegyptischlibyen. Die Griechen hatten also da noch alte Landsleute
ihrer Väter, und Stammgenossen zu besuchen, mit denen sie wünschten, eine
Verbindung zu unterhalten, und denen sie manches nützliche zum Lebensge-
brauche abzulernen hatten, was man seyd dem wieder in Aegypten ersonnen
und beobachtet hatte. In den Zeiten, wo ein Dämmerlicht die Geister zum
Streben nach dem Bessern und Schönern aufweckt, ist ein solches Unternehmen
zur Erhöhung des gesellschaftlichen Wohlstandes wahr und natürlich; und was

unter andern Umständen ein blindes Abentheuren gewesen wäre, ist in diesen
Verhältnissen edler Thatendrang.


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