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und die Palme errungen hat, die Herr Strauß als der Erſte
erreicht zu haben ſich das Anſehen giebt. Ihm, einem Un—
genannten, iſt Alles von der Geburt Jeſu bis zu ſeinem
Tode, der Auferſtehung und Auffahrt reiner Mythus; nur
hatte er die Schwachheit zu glauben, daß das Volk nicht
geeignet ſey, an dieſer Erleuchtung Theil zu nehmen, und
ſchrieb daher in der Sprache der Gelehrten. Hier iſt der
Titel des Buches: Vindiciae sacrar. N. T. scripturarum
ab iis, quibus Mythi et prodigia offensioni sunt.
Helmst. 1824.
Hiemit mag ſich mein Prolegomenon ſchließen. Ich werde
nun Herrn Straufß, ſo weit ich es nöthig finde, von Abſchnitt
zu Abſchnitt begleiten; jedoch die Zahl meiner Paragraphen
beibehalten.
I. A bſchnitt.
Die Geſchichte der Geburt und Kindheit Zen,
I. Kapitel.
Verkündigung der Geburt des Caͤufers.
8s. 20. Ich erlaube mir Einiges voranzuſchicken, um über
gewiſſe Einreden hinwegzukommen, welche die Unterſuchung
gleich beim Antritt beläſtigen.
Daß es höhere Naturen gebe, die aber dem Menſchen an
geiſtigem Vermögen und Erkenntniſſe, und deßwegen näher
an dem unermeßlichen, unbegreiflichen Einzigen ſtehen, der
das Urding und die Urſache alles Vorhandenſeyns iſt, ahn⸗
ten und glaubten die Bewohner aller Gegenden des Erd—
kreiſes, wie in ihnen das intellectuelle Bewußtſeyn thätig
geworden iſt. Wir ſelbſt denken dieſe leuchtenden Körper,
die uns zu Nacht in zahlloſer Menge erſcheinen, nur mit
einer Ausnahme ſo groß und größer als der Planet, der
uns zum Aufenthalt gegeben iſt, nicht ohne Bewohner. Auch
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