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Ein ähnliches Verfahren ſtellt ſich im Geſchlechte Davids
heraus: von Phares, dem Sohne Juda aus der Thamar,
ſind auf David, den König, neun Zeugungen abgelaufen.
Ruth IV. 18 — 22. I. Chron. II. 4—13. Von dieſer Frei⸗
heit nehmen ſich einzig chronologiſche Genealogien aus, wie
Geneſ. Vv.
Dem gemäß verfuhr auch Matthäus zu Gunſten ſeiner
Teßarodekaden. In der erſten derſelben, von Abraham bis
David, folgte er den Verzeichniſſen der heiligen Bücher:
Alles, was man von ſeiner Treue verlangen konnte. Allein
er hat ſich, ſo hoffte man ihn zu verdächtigen, einen Zuſatz
erlaubt, der ſich nicht in den heiligen Schriften findet: Sal—
mon erzeugte den Boaoecs — aus der Rahab. Das riecht
nach mythiſchem Spuck. Ich ſtelle entgegen die Frage: iſt
dieſe Verbindung hiſtoriſch unmöglich; läßt ſich ein Verſtoß
der Zeit noch erweiſen, vermöge deſſen Salmon die Rahab
nicht heirathen konnte? So tief ließ man ſich nicht ein.
Wir wollen nun das Gegentheil darthun: die Volkszählung
in der Wüſte nennt uns Naaßon, der Sohn Aminadab als
Stammhaupt von Juda, Numer. II. 3.; aber der Nächſte
an Naaßon, dem Sohne Aminadab, iſt nach den Geſchlechts⸗
verzeichniſſen Salmon. Ruth IV. 20. I. Chron. II. 10. 11.
Da iſt einmal nichts im Wege, daß Salmon, Naaßons
Sohn, zur Zeit des Einzuges unter Joſua, der Jungfer
Rahab nicht hätte die Hand bieten können, nachdem ſie ehr—
lich, begütert und angeſehen in. ganz Iſrael geworden.
Herr Strauß mag nun aus geſchichtlichen Daten ein an—
deres Ehehinderniß zwiſchen Salmon und Rahab zur An⸗
zeige bringen.
In der zweiten Teßarodekade ſah ſich Matthäus veranlaßt
einige Mittelglieder zu übergehen. Dieſes Schickſal traf
drei Könige nach Joram, den Achaſia, Joas und Amaſia;
mit Uſia (Odgcag) lenkte er wieder ein. Die drei Aus—
geſchloſſenen waren allerdings unwürdige Herrſcher; aber
Joram, der ihnen vorangeht, war um nichts beſſer. Aus
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