Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., L 9646,m
Hug, Johann L.
Gutachten über das Leben Jesu, kritisch bearbeitet von Dr. David Friedrich Strauß (1. Band)
1840
Seite: 132
(PDF, 45 MB)
Bibliographische Information
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Freiburg und der Oberrhein

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/hug1840a/0132
— 132 —

man nicht mit ſolchen Beweiſen aufkömmt, bleibt der Redende
und der Berichterſtatter in ſeinen Ehren, die ihm die Philo⸗
logen des Tages nicht nehmen können.
Die Erzählung des Matthäus III. 13, 14, die man die⸗
ſer Ausſage entgegen ſtellt, gefährdet nichts. Der Eingang:
Damals kam Jeſu von Galiläa u. ſ. w., gehört dem Schrift⸗
ſteller an, der allerdings wohl wußte, als er dieſes nieder—
ſchrieb, daß es Jeſu ſelbſt geweſen ſey, wo er nun den Vor⸗
fall zwiſchen beiden berichtet, fängt er mit der Antwort des
Täufers an, und behält die Anrede Jeſu in Gedanken. Man
ſehe die Worte: Damals kam Jeſu von Galiläa an den
Jordan zu Johannes, um von ihm getauft zu werden; Jo—
hannes aber verweigerte es, ſprechend: Ich bedarf von dir
getauft zu werden, und du kömmſt zu mir? — Woher wußte
denn Johannes, daß Jeſu die Taufe verlange, wenn er ihn
nicht angeredet hat? Ueber das, was in der Nähe liegt,
ſieht oft die Gelehrſamkeit hinweg. Jeſu mußte geſprochen
haben. Wenn er einen Tag lang ſchweigend vor ihn hin⸗
ſtand, konnte Johannes am Abend um nichts mehr wiſſen,
was er wolle, als er am Morgen wußte, wo er ſtumm ſich
hingeſtellt hatte; alſo noch einmal, Jeſu mußte ihn angeredet
haben. Was er nun geſagt habe, wer kann es wiſſen?
aber aus der Antwort ſehen wir, daß ihn nunmehr Johan—
nes gekannt, und ſich entſchuldigt hat: ich ſollte eher von
dir getauft werden, und du kömmſt zu mir. Behaupten zu
wollen, der Täufer häbe Jeſu vor der Anrede gekannt, wäre
eben ſo willkührlich, als zu behaupten, er habe gar nicht
geredet. Ich ſehe indeſſen einen Einwurf vor: wenn ſich der
Herr dem Täufer zu erkennen gegeben hätte, wozu nun noch
das Zeichen: auf welchen du den Geiſt herabſteigend ſiehſt,
— der iſt es u. ſ. w. Joh. I. 33. — Auch dieſe höhere Be⸗
zeichnung hat einen Zweck: möchte ſich der Ankommende für
Jeſu ausgegeben haben, ſo war dieſe Angabe noch nicht zur
vollen Gewißheit erhoben; er konnte immerhin ein Anderer
ſeyn; wie die Geſchichte viele Fälle aufweist. Eine ſo hohe


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/hug1840a/0132