Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., L 9646,m
Hug, Johann L.
Gutachten über das Leben Jesu, kritisch bearbeitet von Dr. David Friedrich Strauß (1. Band)
1840
Seite: 134
(PDF, 45 MB)
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erhält als Eigenſchaft deſſelben; eine nähere Beſtimmung:
Sieh! dieſer iſt der Sanftmüthige, von Gott gegebene, der
die Sünde der Welt wegnimmt. Das gewährt einen ſchönen
Sinn: Johannes ertheilte die Taufe der Buße zum Sünden⸗
nachlaß; Jener aber, der Sanftmüthige, von Gott gegebene,
ſoll vollends die Sunde aus der Welt wegſchaffen, und einen
neuen Zuſtand ſittlicher Ordnung gründen.
Die zweite Stelle iſt Joh. III. 31, 36. Dieſe Worte, ver—
ſichert man, habe der Täufer gar nicht ſprechen können; ſie
ſeyen ihm nur von dem Evangeliſten in den Mund gelegt,
und zum Theile erborgt aus dem Geſpräche Jeſu mit Niko⸗
demus. Joh. III. 11, 12, 15, 16. Leb. J. S. 406—8. Vor⸗
läufig wird behauptet, der Gegenſatz III. 31, der von oben
kömmt, νισρ &εοℳο τεινος, iſt über Alle; wer aus der Erde
iſt, b s vνρ vν, redet Irdiſches u. ſ. w., könne nicht
vom Täufer herrühren. Man hat alſo ganz auf den im
Hauſe des Täufers gegründeten Glauben vergeſſen, Jeſu ſey
nicht nach gemein menſchlicher Weiſe, ſondern durch die Kraft
Gottes empfangen, alſo kommend von Oben; dagegen wird
wohl zugegeben werden, daß ſich Johannes nur eines irdi⸗
ſchen Urſprunges bewußt war. Wie er nun in den Fall kam,
der ſich hier eingeſtellt hat, in eine Vergleichung einzugehen
mit Jeſu und ſich ſelbſt, konnte er gar nicht anders ſprechen,
als er geſprochen hat. Weiter ſoll auch die Redensart, III.
36, das ewige Leben haben, ριν αν ιſνινν, dem
Täufer nicht zukommen, da ſie ganz chriſtlich iſt; doch be—
dient ſich auch ein jüdiſcher Synagogarch dieſer Redensart.
Matth. XIX. 16, Mark. X, 17, Luk XVIII. 18.
Mehr hat auf ſich, was Lücke über Joh. III. 32 bemerkt,
dieſe Rede des Johannes erſcheine als Nachhall der vorausge⸗
gangenen Unterredung Jeſu mit Nikodemus, Joh. III. 11, dem
er vorwirft: 1 ⏑ι αο, tt ιααεν ιαα x&αα
ομιαιαοιπν μαοτ ινε, α v1 ανοο5Ndονυ[dυ⅜ iασ 0
ααaα uαοαωνaοτςε. Bald darauf ſagt nemlich der Täufer, Joh.
III. 32, ungefähr daſſelbe: αιοανανι αν ονο 1οντσ


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