Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., L 9646,m
Hug, Johann L.
Gutachten über das Leben Jesu, kritisch bearbeitet von Dr. David Friedrich Strauß (1. Band)
1840
Seite: 135
(PDF, 45 MB)
Bibliographische Information
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— 135 —

ud+α εαα *τπ μααοννινυν αννο νMZzα απuονäρ, ſo
daß man annehmen kann, der Evangeliſt habe dieſe Worte
aus der Anrede Jeſu an Nikodemus erborgt, und dem Täu—
fer geliehen. Man eile aber nicht, was Jeſu und der Täu⸗
fer ſpricht, iſt eine ſtehende Redensart von wahren und fal⸗
ſchen Propheten, die beide unabhängig voneinander gebrauchen
konnten. So drückt ſich die Miſchna aus: Der iſt ein falſcher
Prophet, der weiſſagt, was er nicht gehört hat, was
nicht zu ihm geſprochen worden iſt'). Dieſe Redens⸗
art liegt noch weiter zurück; ſie iſt moſaiſch. Deuteron. XVIII.
19, 20. Daher betheuert Jeſu wiederholt, er rede nur, was
er gehört habe. Joh. VIII. 26, 40, XV. 15, und ſpricht da⸗
durch den Charakter des wahren Propheten an. Ihm ſtand
aber gemäß ſeiner himmliſchen Abkunft etwas Höheres zu:
er hat nicht allein gehört; er hat, was keinem menſchlichen
Geſchöpfe gegeben iſt, Göttliches geſehen, und beruft ſich zu⸗
gleich auf das, was er geſehen hat. Joh. V. 19, VI. 46,
VIII. 38. Dieſe Verſicherung nimmt auch der Täufer in
die übliche Redensart von wahren Propheten auf, 6 α0α‿αι
c&α nεοοοoο, da er überzeugt vom Urſprunge Jeſu aus Gott,
ihm dieſen alle Propheten überbietenden Vorzug, Göttliches
geſehen zu haben, zugeſtehen mußte. Was Herr Strauß
S. 407 ausſpricht: „Soviel demnach iſt gewiß: die Worte III.
31 —36 kann der Täufer nicht geſprochen haben,“ — iſt
mehr impoſant als wahr.
§. 38. Ich kann mich nicht immer genau an die Folge
der §§. des Herrn Strauß binden, und berühre hier noch
einmal den 44. §. S. 383 mit der Ueberſchrif!: Auftritt
des Täufers u. ſ. w. Johannes begann ſeine Verrichtungen
in der Wüſte Judäens; ν * οονοο rρ Tovòαρ. Matth.
III. 1. Denn in der Wüſte lebend erhielt er den Aufruf in
ſeinem Amte zu handeln; Luk. III. 2, blieb aber nicht an

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