Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., L 9646,m
Hug, Johann L.
Gutachten über das Leben Jesu, kritisch bearbeitet von Dr. David Friedrich Strauß (1. Band)
1840
Seite: 138
(PDF, 45 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/hug1840a/0138
Ein kleines Heer von Bedenklichkeiten, wogegen ſich jedoch
Rath finden wird. Gleich die erſte (Joh. IV. 1), die von
der Menge ſeiner Jünger hergenommen iſt, die man in ſo
kurzer Zeit nicht ſammeln konnte, verliert vieles an ihrer Be⸗
deutung, wenn man ſich deſſen erinnern will, daß die an—
gezeigte Stelle von ſpätern Tagen redet: Jeſu hatte acht
Monate nach ſeinem erſten Auftreten am Oſterfeſte in der
Nähe des Täufers verweilt, und durch ſeine Jünger taufen
laſſen, wobei er mehr Zuſpruch hatte als Johannes, weß⸗
wegen er, um dem Johannes ſolche Kränkung zu erſparen,
von dannen ſchied, und nach Galiläa gieng. Man ſehe oben
§. 35. Dieſe von den Philologen überſehenen acht Monate
mag man nun hinten anſetzen, wenn es ſo beliebt, und
jenem Zeitraume beifügen, der, ehe Jeſu zur Taufe kam,
ſchon abgelaufen war.
Anders geſtaltet ſich dieſe Geſchichte, wenn man ſie nicht
aus Vorausſetzungen conſtruirt, ſondern die örtlichen Ver—
hältniſſe berathet, die ihr zu Grunde liegen. Man täuſcht
ſich, wenn man annimmt, Johannes habe in irgend einem
ſelten beſuchten Winkel, wo man ihn erſt erkundſchaften, und
dann zu ihm reiſen mußte, die Taufe vorgenommen. We⸗
nigſt bei ſeinem erſten Erſcheinen legte er ſich an eine Stelle,
wo der gewöhnte Uebergang vom einſt israelitiſchen Oſtlande
nach Weſten, und umgekehrt, geſchah, und ein lebhafter Zug
von Menſchen hin und her ſtatt hatte, zur Zeit der Feſte
aber ſich Schaaren von Pilgern ſammelten. Die Oertlichkeit,
die er anfangs gewählt hatte, hieß Bethania an der Oſtſeite
des Jordans; Joh. I. 28, denn das iſt der wahre Name,
nemlich ρα„& O2, Schiffhauſen, zum Unterſchiede von n,
Bethania bei Jeruſalem, wie ich anderswo bemerkt habe. Es
war ein Uebergang, der ſich zu Schiff bewerkſtelligte. Die
Vermuthung des Origenes, der Zy On vorſchlug, bezeich⸗
net eben ſo eine Uebergangsſtelle, nnd würde keine Störung
machen. Die andere Taufſtätte, die uns namhaft gemacht
wird, Aenon, nahe bei Salim, Joh. III. 23, hat zwar keine


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