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Platze, wovon vorhin die Rede war¹). Vorhin aber be⸗
zeichnet er es als einen dem Aretas, dem Vater der ver⸗
ſchmähten Fürſtin, zugehörigen Ort, allwo der Täufer Schutz
gegen Herodes hätte finden müſſen, wenn er durch ein Ver⸗
ſehen nach Mächärus wäre verbracht worden.
Das Ende des edeln Täufers läßt uns den Herodes wie⸗
der ſehen, wie er uns bisher erſchienen iſt: er wurde von
Trauer befallen, als die junge Tänzerin ſein Haupt ver⸗
langte; aber unterlag der weiblichen Ueberliſtung, ließ ihr
den Kopf des Mannes bringen, der ihm im Herzen theuer
war. Matth. XIV. 9, Mark. VI. 26. Wir haben ein ge⸗
ſchichtliches Bild, wahr in allen ſeinen Zügen, zur Anſchauung
gebracht. Die von mythiſchem Schimmer umfloſſene Hälfte
des Johannes iſt nicht in unſern Geſichtskreis gefallen: mö—
gen glücklichere Beobachter zwei halbe Johannes finden; wir
kennen nur einen ganzen.
II. Abſchnitt.
III. Kapitel.
Local und Chronologie des iffentlichen
Lebens Jeſu.
(§. 56.)
§. 11. Wir haben das Kindesalter Jeſu und des Täufers
und die Geſchichte des Letztern mit Erforſchung bis zu ſeinem
Tode betrachtet; nunmehr gilt es die Geſchichte der öffent⸗
lichen Thätigkeit des Herrn. Ihr ſpielt als Einleitung ein
erneuerter Angriff auf die Treue und Glaubhaftigkeit der
Denkmäler voran, aus denen wir zur Kenntniß der Lehren,
Thaten und Schickſale Jeſu gelangen.
Die drei erſten Evangelien beſchäftigen ſich größten Theils,
wie bekannt iſt, mit den Vorgängen in Galiläa; Johannes
¹) Ant. XVIII. c. 5 n. 2. Jesctog Siς 1τ Mazca,gou cuG-
ει, 10ο τ°ιιοεν ον °%ι¾°
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