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Jeſu den Vorwurf abgewieſen habe. Es iſt alſo nicht allein
die Thatſache der Berufung mit den nämlichen Umſtänden
und Reden, abgerechnet die Namensverſchiedenheit, erzählt,
ſondern auch die voransgehende und die darauf folgende Ge—
ſchichten ſind allerſeits dieſelben. Man ſollte damit die Sache
für abgethan halten; nicht ſo Herr Stranß: „es frägt ſich
nur, find ſeine Worte, ob man darin nicht zu weit gehet,
daß man zugleich annimmt, ſie haben unter den verſchiedenen
Namen doch nur Eine Perſon, und zwar den Apoſtel Mat—
thäus verſtanden. Dieß ſucht man gewöhnlich durch die Vor⸗
ausſetzung denkbar zu machen, Levi ſei der eigentliche, Mat—
thäus der Beiname des Mannes geweſen.“ Hoffentlich iſt
es denkbar, da es in der Volksſitte gegründet iſt, Icoαννπ
b τnπρ1εα Maognog, Ioons αιτουννειο Bagvαaſαοα,
Ioonirog. αα ταιιουο t αανι οννννιρ; wovon jedesmal
der zweite Name der gemeinübliche war: darauf zielen die
Worte des Matthäus, αρ ρρο Marator eyouevon.
IX. 9, ein Mann, der Matthäus genannt wird; ebenſo
Matth. XXVI. 3. zoον ςυιεο 1οααν ενοονααιν°ν ταιτιαα
in dem Hauſe des Hochprieſters, der unterm Namen Kaia⸗
phas bekannt iſt; aber wendet man ein, Markus III. 16
und Lukas VI. 14 laſſen beim Namen des Matthäus das
° r οιοͤρνααρ im Verzeichniß der Apoſtel weg, was ſich Mat⸗
thäus in ſeinem Verzeichniſſe beilegt, X. 3 zum deutlichen
Beweiſe, daß ſie den Matthäus nicht mit dem vom Zolle
weg berufenen Levi identiſch denken.“ Es wird alſo hier an⸗
genommen, alle Prädikate, die von den Apoſteln in einem
der Verzeichniſſe vorkommen, müſſen ſich nothwenig in den
andern Verzeichniſſen wieder finden. Die Unrichtigkeit dieſer
Vorausſetzung ſtellet ſich bei Vergleichung der Verzeichniſſe
leicht heraus: bei Matthäus wird Asbtοοο τ ι πε
ααα dℳÜͦhläog, X. 3 aufgeführt; bei Markus erſcheint er nur
als Oαε+/αιορο, III. 18; bei Lukas VI. 15 und Apſtg. I. 13
verſchwindet er ganz, und ſeine Stelle nimmt Jovòag Ionc-
bov ein. Markus ſetzet den Namen des Johannes und Jakobus
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