Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., L 9646,m
Hug, Johann L.
Gutachten über das Leben Jesu, kritisch bearbeitet von Dr. David Friedrich Strauß (2. Band)
1844
Seite: 62
(PDF, 56 MB)
Bibliographische Information
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Freiburg und der Oberrhein

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/hug1844a/0062
Schiff, VI. 21. iſt doch nicht auch der läugnende Satz mit⸗
enthalten: er hingegen wollte nicht; höchſtens könnte
es aus Umſtänden erſchloſſen werden, wie es hier Hr. Str.
gethan hat in der Meinung, das Schiff ſei augenblicklich dem
Ufer zugeflogen; daß übrigens, wenn zwei Zeitwörter mit
einander verbunden werden, eines derſelben öfter adverbia-
Hiter geſetzt wird (6295οιιοις α„ν οo, ſie nahmen ihn
gerne auf), iſt eine bekannte ſyntaktiſche Regel.
Johannes fährt hierauf fort, zu erzählen, wie das Volk
nach der Speiſung der fünf Tauſende den Herrn aufgeſucht
habe, VI. 22 — 26. Der Bericht, nicht ſo deutlich, wie man
es an ihm gewohnt iſt, konnte mißverſtanden werden, was
auch hier geſchehen iſt. „Nach den Synoptikern ſind die ein⸗
zigen Zeugen des Wunders der Ueberfahrt die Jünger, welche
Jeſum auf dem Meere daherſchreiten ſahen: Johannes fügt
zu dieſen wenigen unmittelbaren Gewährsmännern eine Maſſe
von mittelbaren hinzu, nemlich das Volk, das bei der Spei⸗
ſung verſammelt geweſen war.“ Dieſe Bemerkung unſeres
Gelehrten klingt für den erſten Anſchein unverfänglich, wen⸗
det ſich aber bald zu einem täuſchenden Einwurf gegen Jo—
hannes. Es wird nemlich angenommen, der Evangeliſt er⸗
zähle, die fünf Tauſend, die des vorigen Tages geſättigt
wurden, haben morgens darauf den Erlöſer zu Schiffe auf⸗—
geſucht. Dieſes ehrlich angenommen, konnte man die Erzäh⸗
lung ſpottend abfertigen: welche Unzahl Fiſchernachen oder
welch' eine Flotte von größern Schiffen nöthig geweſen wäre,
dem Herrn die fünf Tauſende zuzuführen!
Nehmen wir hingegen nichts an, als was im Terxte iſt,
ſo wird die Maſſe Volkes bald geringer, die Flotte kleiner
werden. Des nächſten Tages, Joh. VI. 22., als das Volk
am jenſeitigen Ufer ſtand, und ſah, daß kein anderes Schiff
da war, als nur jenes eine, in welches die Jünger geſtiegen
waren, und welches Jeſu nicht mitbeſtiegen hatte, u. ſ. w.
An welchem Ufer ſtand wohl das Volk? Es ſtand τιν
ije αωοουοπ, d. i. am Ufer, an welchem die Jünger gelan⸗


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/hug1844a/0062